Teil eines Werkes 
3. Th. (1826)
Entstehung
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Wir nahmen Abſchied von dem gaſtfreien alten Juden. Er ſah, wie er uns ſagte, mit Freuden dem juͤngſten Gerichte entgegen, das im Thale Joſaphat gehalten werden ſollte, und der Wunſch, in der Naͤhe dieſes Ortes zu ſein, war eine der Urſachen geweſen, die ihn nach Tiberias gebracht hatten. Nur uͤber ſeine Landsleute ſollte das Gericht gehalten werden, alle uͤͤbrigen Menſchen aber ſollten ausgeſchloſſen ſein; eine ſehr nothwendige Beſchraͤnkung, da ſich nicht wohl begreifen laͤßt, wie ſich alle Juden in das enge kleine Thal zuſammenpreſſen ließen. Eine kleine Ab⸗ theilung tuͤrkiſcher Reiter, die gegen den Paſcha von Aka kaͤmpfen ſollte, lag vor der Stadt in Zelten. Ihre verſchiedenartige Kriegstracht und ihre ſchoͤnen Roſſe gewaͤhrten einen ſehr lebendigen Anblick. Der Nachmittag war angenehm, ohne daß die Hitze druͤckend geweſen waͤre, und wir genoſſen ſehr viel Vergnuͤgen, als wir laͤngs den Felſen amn oͤſtlichen Geſtade des Sees zogen, da die Landſchaft faſt bei jedem Schritte neue Reize zeigte. Die Berge wurden hoͤher, und ei⸗ nige Meilen vom noͤrdlichen Ende zogen ſie ſich vom See ab und umſchloſſen eine uͤppige, zwei bis drei engliſche Meilen breite Ebene. Als wir uns hier zur Linken wendeten, ward es Abend, ehe wir einen Ruheplatz fuͤr die Nacht finden konnten.

Conteſini, unſer Fuͤhrer von Aka, wollte uns bewegen, in einem tiefen und feuchten Orte zu ver⸗ weilen; ein Tuͤrke aber, dem wir erlaubt hatten, uns