einzigen Zuhörer Eindruck zu machen und ihn zu er⸗ ſchüttern.
Und als er jetzt einen Augenblick inne hielt, ſandte er dieſem einen ſtrafenden und ernſten Blick zu, einen Blick, welcher zu fragen ſchien: Haſt Du noch nicht genug?
Aber der Kranke machte ein Zeichen.
Der Redner fuhr fort:
„Es iſt jetzt ungefähr zwei Jahre, ſeit unſer den Stürmen der Zeit entflohener Freund— der ſich bei all ſeinen vielfachen Beſchäftigungen in der Hauptſtadt beſtaͤndig nach dieſer Heimath ſehnte, wo Freunde aus ſeiner Kindheit jugendſehnſüchtig ihn erwarteten— Ab⸗ ſchied nahm von ſeiner ehrenreichen Beamtenlaufbahn, von ſeinem durch eignes Verdienſt frühzeitig gewonnenen hohen Poſten, und hieher kam, um die Ruhe und eine beſſere Pflege für ſeine geſchwächte Geſundheit in der Stadt zu ſuchen, wo er das Tageslicht erblickt hatte.
„Aber wie ſuchte er dieſe Ruhe, dieſe Pflege?
„Ihr wißt das Alles ſo gut wie ich, und die Ar⸗ men wiſſen es, und alle diejenigen, deren dankbare Thränen auf ſeinen Staub fallen werden.
„Das Gerücht von ſeiner unermüdlichen, unglaub⸗ lichen Thätigkeit ging ihm voraus; vor allem aber das Gerücht von ſeiner Menſchenliebe, von ſeinem friedlichen Weſen, ſeiner unſäglichen Geduld, um andern zu nützen, eine Tugend, für welche er, in der eigentlichen Bedeu⸗ tung des Wortes, ſeine beſten Kräfte opferte.
„Dieſe Kraͤfte wurden auch an Andern nicht ge⸗ ſcheut. Dafür zeugt das Verzeichniß der unzähligen ehrenvollen Aufträge, zu deren Annahme er auch in dieſer Gemeinde durch Ueberredung und Bitten genö⸗ thigt wurde. G
„Und mit Verwunderung fragen wir: wie reichte ſeine Zeit aus für die Hausgeſellſchaft, für die Bibel⸗ geſellſchaft, für die Geſellſchaft zur Verbreitung nütz⸗ licher Volkslektüre, für den Verein zur Beförderung


