Teil eines Werkes 
4.-letzer Theil (1843)
Entstehung
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„Um ſo beſſer,“ ſiel Lindorm ein;„aber laß uns zu⸗ rückkehren.“— Schweigend gingen die Nachtwandler durch den einſamen Park; erſt im Oehrn ſagte Brant, indem er dem Baron herzlich die Hand drückte:„Fliehe zum Ge⸗ bet, Lindorm, Deine Seele bedarf der Ruhe. Suche Deine Hülfe dort, wo die Kinder des Staubs ſie ſuchen ſollen, wenn eine wirkliche oder eingebildete Laſt ihre Schultern drückt, und Du wirſt ſie finden. Wenn die Sonne der Gnade die finſtere und verworrene Maſſe der ſündigen Ge⸗ danken beleuchtet, die ſich jetzt in Deinem Kopfe umher⸗ wälzen und Deine Seele verwirren, dann werden ſie wie Schuppen abfallen, und die Genien des Friedens und der häuslichen Glückſeligkeit werden wieder ihren Platz in Dei⸗ nem Hauſe und Herzen einnehmen.“

„Gott gebe, daß es möglich wäre!“ ſeufzte Lindorm leiſe, ſchloß die Thüre und ſchlich ſich wieder ſtille in ſein Schlafzimmer. Aber welches Entſetzen ergriff ihn nicht im Innerſten ſeiner Seele, als er Georgine, ſein angebetetes Weib, ſinnlos an der Thüre liegen ſah! Die tiefſte Reue faßte ſein Herz bei dieſem Anblick. Er trug ſie auf den Sonha, und rief ſie durch die innigſten Liebkoſungen und die ſüßeſten Worte bald wieder zur Beſinnung zurück. Er⸗ ſchrocken und verwundert ſah ſie um ſich, und als ihr Blick ſich auf den des geliebten Mannes heftete, brach ſie in heftiges Weinen aus.

„O Guſtav, mein Guſtav,“ klagte ſie,„warum läßt Du Dich auf's Neue von den böſen Mächten feſſeln? Du haſt keine Ruhe mehr, da Du das Lager fliehſt, wo die Hälfte Deines Weſens ruht. Ein leichter Schlummer ſchloß meine Augen; ich träumte, wir ſtünden am Rande eines Abgrunds und Du beföhleſt mir, hinunter zu ſtürzen. Angſtvoll umfaßte ich Deine Kniee; ich bat, ich flehte um Verſchonung; das Leben war ſo ſchön, ich wollte nicht ſterben. Aber da ſtießeſt Du mich wild von Dir, und riefſt mit fürchterlicher Stimme:„Nun wohl denn, wenn Du nicht das Opfer ſein willſt, ſo muß ich ſelbſt da

Guſtay Lindorm. II. 16