Teil eines Werkes 
1. Theil (1849)
Entstehung
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ſeine edle alte Beſchützerin und der Capitain Flyborg, der vortreffliche Freund, um ihn von dem Rande des Abgrundes, vor welchem er ſtand, zurückzuziehen wie wollte er wohl hoffen, ſie wieder zu ſehen und ihnen Allen zu begegnen, wenn er ſich durch neue Verbrechen den Weg zur Verzeihung ſelbſt verſchloß?

Was aber ſoll ich denn thun: Feſtung, Zwangs⸗ arbeit unter Dieben und Mördern?... Nein, nie, nie da wäre meine Bahn auf ewig beendigt!

Albin ſtürzte wie ein Sturmwind in das Comptoir und holte ſich das Geſetzbuch. Als er damit wieder in ſein Zimmer kam, ſchlug er das Capitel auf, gegen wel⸗ ches er ſich vergangen hatte, und fand, daß anſtatt der Strafe, welche Herr N.. ihm vorgeſpiegelt hatte, eine noch ſchrecklichere in Frage kommen könnte, falls er als ein Diener betrachtet werden ſollte, nämlich Abſtra⸗ fung mit Ruthen.O, ſchrecklich! Welches Leben wartet meiner wohl, nachdem ich einmal eine ſolche Strafe erlitten habe?.. Ich laufe weg; doch da läge es noch offener am Tage: er würde mir vielleicht noch obendrein

einen Diebſtahl aufbürden alſo auch das unmög⸗ lich.. und die Stunden enteilen!... Sollte er die

Anzeige wohl ſchon gemacht haben? O nein, damit wartet er ſo lange wie möglich, um den Genuß zu haben, mich zwiſchen der ſchwachen Hoffnung und der Verzweif⸗ lung auf der Folter liegen zu ſehen.... Doch morgen, morgen iſt es zu ſpät!... O keine Hülfe... keine Hoffnung... kein Licht! Albin hatte Recht in ſeiner Vermuthung, daß das bloße Vergnügen, durch die Qualen der Ungewißheit Albin's Pein zu vergrößern, dem Herrn N.. die Bos⸗ heit dictirte, ihn einige Stunden in der Ungewißheit ſchweben zu laſſen; denn er hatte feſt beſchloſſen, ſich an dem Jünglinge auf eine ſolche Art zu rächen, daß ſeiner Zukunft dadurch am meiſten geſchadet werden könnte. Große Schweißtropfen floſſen von der Stirn des armen Jünglings herab.O, warum blieb ich nicht beim Holzſägen: da hätte ich im nächſten Frühlinge als Der Jungferthurm. I. 20.