„Ja, das iſt freilich wigr⸗“"¹ verſetzte Lotte etwas ſpitzig.„Jedenfalls bleibſt D du aber doch, die Umſtände
mögen ſich ändern wie ſie wollen, die Tochter einer Klei⸗
derhändlerin.“ Und wenn Du Deine Mutter beſuchſt, ſo kannſt Du auch zuweilen ein Bischen zu uns herein⸗ kommen— unſer Schuſterladen ſtößt ja an die Troͤdel⸗ bude Deiner Mutter.
„Ach, was eine Schneegans!“ dachte Liſa und wandte ihrer frühern Freundin den Rücken.
Während ſich die Damen in allerlei ahnlichen Sti⸗ cheleien ergingen, ſtieg der Kammerer mit einer ge⸗ wiſſen herablaſſenden Artigkeit der Reihe nach umher, blieb bald bei der Einen, bald bei der Andern ſtehen und ſprach ein paar Worte mit ihnen; und das Reſultat dieſer Beweiſe von großer Lebensart war das einhellige Urtheil der Damen, daß Liſa eine vortreffliche, gang erſtaunlich glückliche Parthie mache— ob dieß übrigens
bei dem Kammerer gleicherweiſe der Fall ſey— dieß
hielten ſie noch nicht für ſo ganz ausgemacht.
Liſa's⸗hochmüthiges und vornehmes Weſen, welcher Hauptzug ihres Charakters immer mehr hervortrat, er⸗ regte viel Mißgunſt und machte ihr nicht wenig Feinde. Sämmtliche Gäſte hatten etwas gegen ſie einzuwenden; aber ſie würdigte dieſelben keines Gedankens, denn— ſte wollte höher hinaus.
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Viertes Kapitel. Wie zwei junge Herren ganz verſchiedene Anſichten von der Liebe und von dem Courmachen haben.
„Ich bringe Dir eine Neuigkeit, eine große Neuig
keit!“ ſagte der Notar Wetterquiſt, als er am Tag nach Frau Normans Viſite Roſell begegnete, welchen vierzehn Tage von Stockholm entfernt, in Upſala geweſen
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