Teil eines Werkes 
4.-letzter Theil (1844)
Entstehung
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Es dauerte indeſſen noch eine gute Weile, ehe Liſa die Geſellſchaft mit ihrer Gegenwart beglückte. Endlich kam ſie, hübſch und geſchmackvoll gekleidet, und mit einem Lächeln auf den Lippen, welches, wenn auch nicht den Ausdruck der Seligkeit einer glücklichen Braut, doch eine andere Sorte von Glück beurkundete: einen Triumph über ihr jetziges Verhältniß und kühne Hoffnungen auf die Zukunft.

Der Kammerer ging ihr entgegen und ergriff ihre Hand. Da gerade Rheinwein umhergereicht ward, nahm Frau Norman die Gelegenheit wahr, ſtand auf und bat mit großer Würde ihre Gäaͤſte, ein Gläschen auf das Wohl der Neuverlobten zu leeren.

Gratulationen nebſt unterſchiedlichem Geküſſe von Seiten der näheren Bekannten erfolgten jetzt.

Was ich von all' den Menſchen ausſtehen muß! flüſterte Liſa ihrem Kammerer zu, der mit dem glück⸗ lichen Bräutigamsprivilegium ſeine Schoͤne aus dem ſogenannten Geſellſchaftsſal hinweg in eine Fenſterniſche des Vorzimmers führte.Ich weiß gar nicht, wofür Mama all' die widerwärtigen alten Plandertaſchen her⸗ gebeten hat, daß ich mich mit ihnen ennuyiren ſoll ſolche Geſellſchaft iſt mir in den Tod zuwider!

Ach, liebe Liſa! wie freut es mich, daß Du eben ſo wenig wie ich die Geſellſchaften im Allgemeinen leiden magſt! Dieſe glückliche Uebereinſtimmung, auf welche ich mir übrigens keine Rechnung machen zu dürfen glaubte, iſt mir Bürge dafür, daß wir fortan nur uns ſelbſt leben werden. Das häusliche Gluck iſt doch das ſchönſte und beſte.

Und wenn man ja Geſellſchaft bei ſich ſehen will, um doch jedenfalls zu ſeyn wie andere Leute, meinte Lucie dazwiſchen,ſo ſo muß ſie wenigſtens gewählt ſeyn.

Allerdings, liebſte Liſa, ſehr gewählt muß ſie ſeyn; es iſt mir ungemein lieb, ich kann Dir gar nicht ſagen wie lieb, daß Du mit dem Umgang Deiner Mutter Kammerer Laßman II. 3