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Ich hatte die Klinke ſchon in der Hand, als ich im Zimmer ſprechen hoͤrte.
Iſt das Fraͤulein nicht allein, fragte ich den alten Volkmar hinter mir.
„Nein,“ entgegnete er, uͤber meine Weiſe nicht ſehr erbaut, und mit einem Geſichte, als ob es ihm nicht recht ſey, daß ich das Fraͤulein ſprechen wolle.„Mamſell Luͤder iſt da, bei der das Fraͤulein bisher geweſen.“
Alſo eine Bekannte vom Fraͤulein, ſagte ich, öffnete die Thuͤre und ſtand vor der himmliſchen Tina aus der dunkeln Linde zu Bluͤthleben.
Alles Blut ergoß ſich mir in dem Augen⸗ blicke aus dem Herzen in das Geſicht; der freu⸗ dige Schreck laͤhmte mir die Zunge!
Demoiſelle Luͤder? fragte ich kaum hoͤrbar, und machte, meiner halb unbewußt, eine leichte Verbeugung.
„Meine Freundin Luͤder,“ entgegnete Tina in ſichtbarer Verlegenheit und bewillkommte 13*†


