Teil eines Werkes 
4. Th. (1819)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Da hatte ich ja auf ein Mal zwei Ne⸗ benbuhler! Beide zwar, glaubte ich, nicht ſehr fuͤrchten zu duͤrfen, denn der Obereinfahrer war ein ſtarker Funfziger, und der Poſtmei⸗ ſter ſo plump und ungeſchlacht, daß die fein⸗ fuͤhlende Jenny unmoͤglich Gefallen an dem Menſchen finden konnte; aber der Gedanke, daß es doch vielleicht moͤglich ſei, dieſes zart⸗ geſchaffene Weſen in den Armen des grobge⸗ walkten Poſtmeiſters zu ſehen, fiel mir ſo zentnerſchwer auf das Herz, daß ich meines Aergers nicht ganz Herr bleiben konnte, und ihm ganz kurz und trocken hinwarf, er ſolle nur die Rechnung nicht ohne den Wirth machen, denn Jenny ſei ein ſo liebreizendes Himmelskind, daß ſie nur in die naͤchſte, be⸗ ſte große Stadt kommen, und da ein wenig in der jungen Maͤnnerwelt bekannt werden duͤrfte, um gleich aus allen zwei und dreißig Winden, Freier in Menge angeflogen kom⸗ men zu ſehen, die ihr ihre Herzen zu Fuͤßen

legten.