Teil eines Werkes 
5. Bdchn (1820)
Entstehung
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Fuͤr ſie hatte, ſo weit die Chronik ihrer al⸗ ten ehrwuͤrdigen Kaſte reichte, noch keiner ge⸗ blutet. Am wenigſten ein Graf. Bei jedem Einſeifen ward die Geſchichte, den Barbier⸗ kunden in das Maul geſchmiert, und ſie fand uͤberall Belfall. Denn ein Graf, der einen Baron, um eines Buͤrgerlichen, um eines armen Barbiergeſellen willen, fordern konnte, mußte ein herrlicher Mann ſeyn, vom heili⸗ gen Feuer des Gefuͤhls fuͤr reines Menſchen⸗ recht ganz durchgluͤht.

Steinfremde Menſchen ſchickten taͤglich in das Haus des Grafen, um ſich nach ſei⸗ nem Befinden zu erkundigen. Die freundli⸗ che Theilnahme der gutherzigen Leute trug viel zu ſeiner Geneſung bei. Nach einigen Wochen zeigte er ſich zum erſten Male am Fenſter. Ottilie erkannte ihn kaum wieder. Das friſche Roth ſeiner Wangen war gewi⸗ chen. Seine ſonſt ſo ſchoͤnen, großen Augen lagen tief in dem kranken, bleichen Geſichte.

Sonſt trat er ſo friſch auf. Jetzt ſchlich er 1*