— 15¹—
Stadt, in die er trat. Seine erſte Libation gehoͤrte ſeinem neuen Koͤnige. Ich trank mit einer Feierlichkeit, als ob ich eine Pro⸗ vinz im Namen meines geliebten Monarchen in Beſitz genommen haͤtte.
Scherif ſo hieß mein Freund, blieb die⸗ ſe Nacht in Zoſſen: ich ritt nach Berlin, nachdem ich meinen Schuͤtzling den kommen⸗ den Tag zu mir beſchieden hatte. Er kam. Ich trug ihm Tiſch und Wohnung auf die erſten zwei Monate bei mir an: er ſchlug es mir aber ab. Gott weiß, wovon er lebte; aber er war froh,„denn,“ ſagte er, habe ich mich doch nun weiter mit keinem Grafen herum zu aͤrgern.9—
Nur auf die delikateſte Art gelang es mir, ihm zuweilen eine kleine Unterſtuͤtzung aufzudringen. Ihn aber, den zarten Men⸗ ſchen, druͤckte das ſo, daß er ſeltener zu mir kam, und jede freundliche Aufmerkſamkeit von mir mit ſichtbarer Verlegenheit annahm. Endlich ſtuͤrtzte er einſt mit einer heftigen
—


