Teil eines Werkes 
61. - 63. Bdchn (1828)
Entstehung
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mit Achtung ſpricht, den ſeine Werke hier einſtim⸗ mig loben, und der mein Muͤhmchen zur gluͤckli⸗ chen Frau gemacht hat. Der wird das Eingebrachte ſeiner Frau beſſer benutzen können, als ich. Um⸗ ſonſt ſollt Ihr den Quark aber auch nicht haben, Kinder. Seht es als eine Art Leibrente an. Fuͤt⸗ tert mich zu Tode, und wenn ich abſegle nach dem fenſeitigen Cap der guten Hoffnung, ſo geſtattet mir hier in der ſchoͤnen Natur ein ſtilles, ruhiges Pläͤtzchen.Hier, Luischen, ſagte er herzlich und froͤhlich, und holte aus der Bruſttaſche ein kleines verſiegeltes Pack Papier,hier, Luischen, Deine Mitgift! Sechzehntauſend Thaler, Alles richtig ein⸗ gezaͤhlt. Das gib Deinem wackern Manne, der Dich arm, und alſo nicht um ſchnöden Geldes wil⸗ len gefreit hat; mir aber gib einen Schmatz, und nun ſchafft mir was zu eſſen und zu trinken, denn ich bin hungrig wie ein Löwe, und durſtig, als hätte ich ſeit acht Tagen nichts als Hering und Pöckel genoſſen.

Alle umſchloßen jubelnd den Alten; der wollke aber von dem quatſchen Spektakel, wie er die from⸗ men Dankſagungen des jungen Pärchens und der Eltern nannte, nicht viel wiſſen, und trieb in das Haus, um zu fruͤhſtuͤcken.

71.

Geſaͤttigt mit Speis und Trank, ging es nun zur Beſichtigung der innern Einrichtung des freund⸗ ichen Hauſes, deſſen muſterhafte Sauberkeit, Lui⸗ ſens ſorgliche Wirthlichkeit auf das Empfehlendſte darthat. In einem der Zimmer ſprach Luiſe auf einmal leiſer, und ging auf den Zehen; doch das Dienſtmädchen, das hier ſaß, und nähte, und dies bemerkte, ſagte laͤchelnd:o ſie ſchläft nicht mehr, ſie hat ſich ſchon lange ihr Stuͤckchen getraͤllert. Den Augenblick ſchlug auch ſchon ein Kinderſtimm⸗

en an.

Das iſt mein Enkelkind, mein kleines Lieschen, rief freudig entzuͤckt Herr Reichhart, und ſtuͤrmte, das Großvatergefuͤhl durch den ſüͤßen Laut zum er⸗ ſten Mal geweckt, unaufhaltſam in das Nebenzim⸗