Teil eines Werkes 
61. - 63. Bdchn (1828)
Entstehung
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einerlei. Von der Vortrefflichkeit der großen Gluck⸗ henne ward hier mit demſelben Intereſſe geſprochen, als in Silberſtein von dem ſeltenen Talente der Prima Donna. Der alte Brummochſe war in einem Anfall von kurriger Laune hinter die Dorf⸗Gaͤnſe hergelau⸗ fen, und hatte ſie in den Pfarrhof gejagt; und der Spaß war eben ſo herzlich belacht, als wenn der alte Komiker bei'm Silberſtein'ſchen Theater einmal ei⸗ nen ſchlechten Witz hatte von ſich gehen laſſen. Zwei und fuͤnfzig Jahre hatte hier der Pfarrherr gewaltet, im erſten Jahre fuͤr jeden Sonntag eine Predigt aus⸗ gearbeitet, und dieſe nun zwei und fuͤnfzigmal wie⸗ derholt, ſo, daß die ehrſame Pfarrfrau, ſammt den älteren Mitgliedern der Gemeinde alle auswendig konnte; aber jeden Sonntag Mittag ſprach detheure Haͤlfte des frommen Seelſorgers mit demſelben En⸗ thuſiasmus von dem werthvollen Gehalte der ein⸗ dringlichen Erbauungspredigt, die heute ihr Ehe⸗ herr gehalten, mit dem das Silberſtein'ſche Publi⸗ kum ſich uͤber das neueſte Produkt ſeiner dramati⸗ ſchen Dichter ausließ, was in der Regel auch etwas Aufgewaͤrmtes war.

Die Einfoͤrmigkeit dieſes Alltagslebens, bei dem die Leute viel geſuͤnder zu bleiben, und viel alter zu werden pflegen, als bei der ſchwelgeriſchen Voͤllerei der Reichen, bekam nach Jahresfriſt ungefaͤhr, einen neuen Schwung durch den jungen Adjunktus Sachte, der vom Konſiſtorio dem alten, ſich ſelbſt uͤberleb⸗ ten, Pfarrherrn, zur Seite geſetzt ward, dieſen, ſammt Haͤlfte und Gemeinde, durch ſeine Reden, tuͤchtigen Bier⸗Baß, und einſchmeichelndes Betragen, bald zu gewinnen wußte, und, ungeachtet dreier früher buͤn⸗ diger Verpflichtungen aus den Zeiten der Schule, der Univerſttaͤt und des Kandidatenſtandes, gleich vom erſten Eintritt in die geiſtliche Huͤtte an, ſeine Augen ſo klammerfeſt auf Luiſen warf, daß er ſte von ihren bluͤhenden Liebesreizen gar nicht wieder weg⸗ bringen konnte. Er hoͤrte kaum von ihren gediegenen Kenntniſſen der franzoͤſiſchen, engliſchen und italie⸗ niſchen Sprache, von ihrem muſterhaften Klayier⸗ LXIII. 8