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und feſt. Fluch, dreimaliger Fluch dem, der mit leichtſinnigem Frevel ein ſolches Herz zerreißen kann, Es verblutet ihm unter den Haͤnden.„Fritz— mein Fritz iſt treu,“ ſagte Luiſe ſich taͤglich, laut, wenn ſie allein, wortlos, wenn ſie mit Andern zu⸗ ſammen war, und zufaͤllig die Rede auf die Unzu⸗ verlaͤßigkeit der Maͤnner kam.
Das war Luiſens Glaubensſatz, davon war ſie ſo heilig uͤberzeugt, wie von der Unerſchuͤtterlich⸗ keit ihrer Liebe zu ihm, Tauſendmal hatte ſie waͤh⸗ rend der eiſernen zwei Jahre mit ihm in Gedanken geplauderi, von ihm getraͤumt, und ſich ihn, mit dem ewig friſchen Pinſel ihrer Phantaſie, in vieler⸗ lei Geſtalten gemalt. Ihn im Herzen, hatte ſie den gewaltigen Stuͤrmen, die unaufhaltſam uͤber ſie hereingebrochen waren, muthig Trotz geboten, und war ihr einmal die aufgelegte Laſt zu ſchwer geworden, ſo hatte ſie ſich in ihr Käͤmmerlein ge⸗ fluͤchtet, und war mit ihrer Seele bei ihm geweſen, und hatte im ſtillen Entzuͤcken ſich mit ihm wieder einmal recht herzig ausgeſprochen, und dann war ihr wohl und leicht geworden, und ſie hatte, wie⸗ der friſchgeſtärkt, in die Zukunft geſchaut, und ſo war ſie, durch ihr feſtes ſchwaͤrmeriſches Anſchließen an den Getreuen ihres Herzens, dem Kummer und
allen Bürden des Lebens entruͤckt, das leibhaftige
Heiligenbild der Liebe, des Glaubens und der Hoff⸗ nung ſelbſt geworden.— Jetzt— Neues hatte der redliche Balthaſar ihr nicht geſagt, aber doch wirk⸗ ten ſeine einfachen Worte mit wohlthaͤtiger Zauber⸗ kraft auf ihr Gemuͤth. Sie verließ Silberſtein und Friedenau ohne Scheidethraͤne, und ging mit feſter Ergebung in ihr Geſchick nach Dornenwerder. Sie ware eben ſo gern an das außerſte Ende von Spitz⸗ bergen gegangen; war ihr doch jetzt jeder Winkel der Erde gleich. Sie ging nach Dornenwerder, das ihr ſonſt, ſchon um des Namens willen, ein halber Verbannungsort geweſen ware, jetzt ſogar mit in⸗ nerer Behaglichkeit, denn ſie war Fritz um zwoͤlf Meilen naͤher.


