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breitet war, ſo ergaben ſich doch mit Nothwendigkeit einzelne Aus⸗ nahmen, und ihre Hartnäckigkeit ſtand in demſelben Verhältniß, je nachdem ſie dem alten heidniſchen Glauben anhingen, oder zu aufrich⸗ tigen Chriſten bekehrt waren. Die norwegiſchen Chroniken und ein⸗ zelne Stellen unſerer eigenen Geſchichte beweiſen, wie falſch und hohl die angenommene Chriſtlichkeit bei vielen dieſer wilden Odins⸗ verehrer war. Sie ließen ſich zwar bereitwillig die äußern Zeichen der Taufe gefallen, aber das heilige Waſſer vermochte nur wenig an dem innern Menſchen zu ändern. Selbſt Harold, Canuts Sohn, kaum ſiebzehn Jahre vor dem Datum unſerer Erzählung, lebte und re⸗ gierte als einer„der den Chriſtenglauben abgeſchworen“, weil er nicht im Stande war, von dem Erzbiſchof zu Canterbury, der ſich der Sache ſeines Bruders Hardicanut angenommen hatte, die königliche Einſegnung zu erhalten.“
Die Prieſter waren beſonders auf dem ſkandinaviſchen Continent gar oft genöthigt, bei ihren grimmigen Convertiten zu gewiſſen Ge⸗ wohnheiten, wie z. B. ſchrankenloſer Vielweiberei, ein Auge zuzu⸗ drücken. Zu Ehren Odins Pferdefleiſch zu eſſen und Weiber ad libi- tum zu heirathen— das waren die Hauptbedingungen der Neube⸗ kehrten, und die verlegenen Mönche, gar oft mit Gewalt zur Wahl getrieben, gaben in dem Punkte der Weiber nach, um deſto beſtimmter auf der wichtigeren Bedingung des Pferdefleiſches zu beſtehen.
Mit ihrer neuen Religion, welche, auch wenn ſie ſie ächt empfin⸗ gen, nur ſehr unvollkommen von ihnen verſtanden wurde, behielten ſie das ganze Heer heidniſchen Aberglaubens, das ſich immer mit den hartnäckigſten Inſtinkten in der Menſchenbruſt zu verkitten pflegt. Noch kurz vor der Regierung des Bekenners waren die Geſetze des großen Canuts gegen Herxenkunſt und Zauberei, gegen Anbetung von Steinen, Quellen, Eſchen⸗ und Ulmenrunen und die Huldigungs⸗ geſänge für die Todten offenbar mehr auf die friſchen däniſchen Bekehrten, als auf die Angelſachſen, die ſchon ſeit Jahrhunderten * Palgrave's Geſchichte von England, S. 322.


