308 Reichthum ihrer angeborenen und erworbe⸗ nen Talente auf, um ihm zu zeigen, was er in ihr beſeſſen, und— was er in ihr ver⸗ lieren wuͤrde.
Da Muſik fuͤr ihn eine Stimme hoͤhe⸗ rer Sphaͤren war, die ſeine inneren Diſſo⸗ nanzen ſanft und milde zu loͤſen wußte, ſo uͤbte ſie— in welchen grellen und ſeltſamen Fugen auch immerhin das Saitenſpiel ihrer Seele erklang— dieſe zauberiſche Kunſt in ihrer ganzen Vollkommenheit, um ihn von ſeinem Gram abzuziehen, da der Verſtand ihr gebot, dieſen nicht offenbar zu bekäm⸗ pfen, ſondern nur durch freundliche Eindruͤcke zu ſchwächen und zu verwiſchen. Auf den toͤnenden Fluͤgeln ihres Geſanges, die ſich maͤchtig und immer mächtiger entfalteten, trug der Wohllaut ſeine Seele aus der mar⸗ tervollen Gegenwart in himmliſche Paradieſe empor, und ſie verfuhr auch hier, wie in allem, was ſie unternahm, und was zu ih⸗ rem Vortheil dienen konnte, nach einem
wohlberechneten Syſtem„ das auf ihr tiefes


