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Die Kokette : ein Roman / von der Verfasserin der Erna, Felicitas usw.
Entstehung
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meiner Denkungsart ſo vollig heterogenen Lbensweiſen benahm, entflammte ſtatt ihr Mitleid und ihren Beiſtand, nur ihren Groll, und ich, die einſt vermeinte Erbin eines die ſorgenfreiſte Unabhängigkeit mit verſprechenden Vermögens, mußte dem Him⸗ 1 mel danken, daß es Deiner treuen Fuͤrſorge fuͤr mich u dieſem Labyrinth man⸗ 6

nigfacher Quale entziehen, und mir in einer Gegend, wo ich zu unbekannt bin, als daß mein Ruf mir ſchaden koͤnnte, die von vielen als annehmbar geprieſene Stelle einer Geſellſchafterin in dieſem Hauſe zu verſchaffen⸗ Da bin ich denn nun ſeit geſtern, ob⸗ ſchon noch voͤllig ein Fremdling, da dieſe wenigen Stunden mir nur eine fluͤchtige, vielleicht täuſchende Ueberſicht geſtatteten. Ich kam gegen Abend an. Die Däm⸗ merung webte eben ihren grauen Schleier uͤber der vielgeruͤhmten Gegend, die ich nur in undeutlichen Umriſſen erblickte, und es war, als wenn ihr melancholiſcher Nebel auch meine Sinne umwoͤlkte, in welchen eben ſo wenig ein Strahl der Freundlichkeit glänste,