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Die Kokette : ein Roman / von der Verfasserin der Erna, Felicitas usw.
Entstehung
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Was mir allein bei ſeinem, ſelten ſich mir aufdringenden Andenken noch eine un⸗ angenehme Regung giebt, iſt das Gefuͤhl der Ohnmacht, daß ich nicht im Stande war, ihn zu der Zuruͤckgabe meiner Briefe zu ver⸗ moͤgen, und daß ich ungeahndet die herbe Erklärung hinnehmen mußte: er bewahre ſie nur, um ſich mit Abſcheu meiner Raͤnkeſucht und Falſchheit zu erinnern, und im Noth⸗ fall, wenn ich wieder ein ſchnoͤdes Spiel mit dem Gluͤck eines liebenden Paares treiben wuͤrde, mich zu entlarven.

So ſind die Menſchen! Sie beſchön⸗

gen nur gar zu gern die eigenen Fehler, in⸗ dem ſie ſie auf andere ſchieben. Wenn die Motte aus ihrem dunklen Winkel freiwillig herbei geflogen kommt, an der ſtrahlenden Kerze ſich zu ſonnen und zu waͤrmen, wenn ſie geblendet,(weil die Natur ſie nicht ſchuf, des Lichtes Fuͤlle zu ertragen,) in immer en⸗ geren Kreiſen ſie umflattert, bis die Flamme mit verzehrender Zunge ſie ergreift, und ihr die Fluͤgel verſengt, und ſie zuckend zur Erde fallt traͤgt denn die Kerze allein die

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