Teil eines Werkes 
2. Theil (1824)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

6

unterbrach ſiu Mann vom wilden Berge mit Leiden⸗ ſchaft:»Wohlan denn, ſo ſchwöre hier, niemahls einem anderen zu gehören als mir!« Auf dieſem Gra⸗

ſprach die Waiſe, und wich erſchreckt zu⸗ rück.Was hindert dich l« antwortete der Einſame mit Heftigkeit:»der Tod iſt eben ſo geheiligt als das Leben, und ich bin der Mann der Gräber 4

Die Jungfrau wich der unwiderſtehlichen Geiſtes⸗

übermacht des Kriegers: wie über einen hochzeitlichen Altar erhob ſie die Hand über den Aſchenkrug; und unter dem Grabgewölbe bey m Scheine der Trauer⸗ lampen, ſprach ſie mir fe cher Stimme den Eid:

»Ich ſchwöre, nie einem anderen als ihm zu gehören.«

»Und ich,« rief der Einſame, vich werde keine andere Gattinn haben als Elodie. Ja, Elodie oder den Tod! den Himmel oder die Hölle le

In dieſem Augenblicke ließ die große Glocke der Abtey ihren Trauerton hören, wie ein Todtengelaͤute für die letzten Seufzer. Die erſchreckte Elodie fühlte ihr Blut in den Adern erſtarren, ein kalter Schweiß benetzte ihre Stirn: ſie ließ ihren Kopf auf die Schul⸗ ter des Einſamen ſinken.

»Großer Gott lK ſprach Beſtürzung, was iſt das für eine ſchreckende Stilhme? was hat ſie aus⸗

geſprochen? iſt das der Hochzeitsſegen 4 Die langtönenden Glockenſchläge ließen ſich aups neue hören, die Waiſe kam wieder zu ſich. Es war die

Stunde des Frühgebeths, und an jedem Morgen nach Anbruch des Tages weckten die Töne das

Thal.

i

.