Teil eines Werkes 
1. Theil (1824)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

——

ℳ

— 121—

vO bezauberndes Mädchen le unterbrach mit Ent⸗ zücken der Jäger vom Gebirge:»dieſe Worte veraͤndern mein ganzes Schickſal: der Blitz hat ſich über meinem Haupte gewendet.. Du liebſt mich? Ach, der Himmel wird mir verziehen haben: noch kann ich alſo Freude hoffen. Wohlan! folge mir! du wirſt nicht mehr allein und verlaſſen ſeyn: ich werde deine Stütze, dein Vater, dein Gatte: ich werde Alles für meine Elodie ſeyn. Ich habe nur eine Hütte mitten unter öden Felſen, aber bey dir werde ich dort der glückliche Sohn der Natur, der Bevorrechtete des Lebens ſeyn. Nur ein Herz habe ich dir anzubiethen, aber dieſes Herz iſt voll glühender Liebe. Unſchuldige Taube! o, komme um meinen Aufenthalt zu entſühnen! komme, wie eine Tochter des Himmels den Abgrund in ein Elyſium zu verwandeln! Gleich dem wandernden Vo⸗ gel, der ohne feſten Schutzort, ohne beſtimmtes Vater⸗ land auf der Erde ſich nur an ſeine theuere Gefährtinn hält, ſo werde ich in meiner Einſamkeit keine anderen Schätze haben, als deine Liebe, keine andere Erin⸗ nerung als an deine Opfer, keinen andern Zauber als deine Gegenwart.«

»Allein mitten in unſern Gebirgen, fern von menſchlicher Gewalt, umgeben von dem Gewölke der Liebe und des Entzückens, werden wir unſere Tage verleben: unſere ſtillen Freuden werden keinen Meid erwecken. Ach! ich habe die Größe gekannt, und habe ſie haſſen lernen; ich habe Reichthümer beſeſſen, und habe ſie von mir geworfen; ich war vom Ruhme ge⸗ liebt, und habe ihn verflucht. O reine Jungfrau, in

Der Einſame.. 6