1 9 Ersuchet euch selbst, ob ihr im Glauben seyd. 2 Cor. 13,5. Mancher würde bekehrt und gläubig, so er sich nicht dafür
hielte, und dächte: Er wäre ja kein Heyde, er hätte schon den Glauben. Denn wer Glauben hat, denckt oft, er hat keinen, und wer ihn nicht hat, meynt, er habe Glauben genug; Aber der Glaube wird nur in tief gebeugten Hertzen gewircket, da man seine Sünde recht
sühlen und groß achten lernet, so, daß man sich von Hertzen, wie zuvor mit dem Munde, für den größten Sünder hält, und unter alle Ereaturen beuget. Ohne diese Busse gehest du nicht durch die rechte Pforte, und dein Glaubeist falsch: denn der Glaube ist das allerschwerste, auch einem Kin⸗ de GOttes. Er nimt CHristum ins Hertz, und überwindet Teufel, Welt und alle Sünden, diß gehet nicht so leicht zu. Wäre dein Glaube der wahre Glaube, so wäre nichts leichters, auch kein Kampf und Prüfung nö⸗
und dieser Spruch vergeblich in der Bibel. Aber nein„ musten die
ersten Christen sich prüfen, wie viel mehr wir. Darum nim das sicherste, und bitte erst um Glauben, der im Tode bestehe. Gib mir nach deiner Barmhertzigkeit den wahren Christen Glauben ꝛc.
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