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(2013) 2013
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36 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer

unter der Aufsicht der S8 Aufseherin- nen und Wärterinnen ausgebildet. Sie waren nur Teil des SS-Gefolges und Selbst nicht Teil der SS, was betont wer- den muss, da viele Quellen diesbezüg- lich einen falschen Pindruck enstehen lassen. Sie waren lediglich für die Uber- wachung zuständig, hatten allerhöch- stens den Rang einer Oberaufseherin, Arbeitsdienstführerin, Kommandofüh- rerin oder waren in der Organisation des Lagers tätig und der S8 unterstellt. Neben der Anwerbung durch Zei- tungsannoncen kam es gleichfalls zu Zwangsverpflichtungen. In Ravens- brück wurden 3.500 Frauen weltan- schaulich, theoretisch, praktisch und so- gar mit einer dreimonatigen Probezeit verschen ausgebildet. Sie standen in ihrem Handeln an Grausamkeit der 88 in keinerlei Art und Weise nach.

Unser Studienaufenthalt

Als ich im vergangenen Jahr an einer Studienfahrt mit der LGA zum ehema- ligen Konzentrationslager Auschwit? teilnahm, verstärkte sich mein Interes- se, mich mit dem Nationalsozialismus auseinanderzusetzen. Dazu gehörten bisher Themenfelder wie etwa das Kon- Zentrationslagersystem, der Antisemi- tismus in seinen verschiedenen Ausprã- gungen, die Aufarbeitung der Vergan- genheit oder die aktuelle Erinnerungs- politik der BRD.

Alsbald fiel mir auf, dass in der ein- schlägigen Literatur sowie in Internet- Beiträgen und dem heutigen Umgang mit dem Nsð fast ausschließlich die Rol- le der Männer beleuchtet wird. Auch gibt es deutlich weniger Zeitzeuginnen als Zeitzeugen, die öffentlich von ihrem Schicksal berichten oder berich- ten möchten in der Krakauer Ambu- lanz, die die LGM unterstützt, fand auf

meiner Auschwitz-Studienfahrt ein schr bewegender und emotional Schwer fassbarer Moment statt, als eine Zeitzeugin das erste Mal vor einer Gruppe begann von ihren Frlebnissen zu erzählen. Das war wegweisend, we- niger, weil ich mich betroffen fühlte, sondern eher, weil es mir so schien, als wäre etwas ungewollt unterschlagen worden.

Fs gibt unzählige Studien zu mãnn licher Täter- und Zeugenschaft, während die ideologische und begeis- terte Unterstüt?ung und Mitarbeit der Gesamtbevölkerung am NSSystem zwar nicht mehr verschwiegen, aber dennoch nicht genauer auf Frauen, die Hälfte der Bevölerung, eingegangen wird. Meines Frachtens geschieht dies aus dem Gestus heraus, der nur allzu gerne die Thesen über die„Passivität der Frau“ oder die Dämonisierung, Vermãännlichung weiblicher Täterin- nen absegnete- wie etwa exemplarisch der Prozess gegen die Ravensbrücker „Arztin“ Herta Oberheuser.

EFbenso wurden die weiblichen Opfer in der Nachkriegs?zeit marginali- siert, nicht als solche anerkannt, obwohl sie in vielen Konzentrations, lagern, besonders in Polen, oft qih Mehrheit ausmachten.

Mit einer Gruppe, bestehend aus bereits in der Materie bewanderten mir vorab nãher bekannten Menschen beschloss ich, mich mit dem Thema der weiblichen Täter- und Zeugen- schaft weiter zu beschäftigen. Ich or- ganisierte eine Studienfahrt vom 8. bis zum 11. März 2013 zur Gedenkstätte Ravensbrück, die eine sehr gute pãdagogische Arbeit leistet.

Programmatisch fanden neben Ge- bietsbegehungen eine intensive Text- arbeit statt, sowie eine mediale Unter-