Heft 
(2002) 2/2002. Dezember 2002
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Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 31

Mit diesen beiden Fahrten hat die LGA einen überzeugenden Beweis er- bracht, dass sich das vorgesetzte Kon- Zept zur Verknüpfung der Themenfel- der Auschwitz, Jugendbegegnung, Oko nomie, Okologie, Geschichte, Eu- ropa, Tourismus auch praktisch be- währt.

Selbstverständlich müßten weitere Gruppen nach Auschwitz fahren kön- nen, um die Möglichkeiten, die das

A Konzept bietet, auf breiterer Er- fahrungsgrundlage auswerten zu kön- nen. Dazu aber fehlen einem ehren- amtlich tãtigen Verein, der ausschließ- lich durch Spendengelder finanziert wird, die Mittel.

In demselben Schreiben an den da- maligen Staatsminister im Auswärtigen Amt wurden auch weitere mögliche Missverstãndnisse ausgeräumt und ab- schließend geklärt. Dr. Volmer wurde zu einem Entscheid über das Einbrin- gen des Stiftungskapitals noch vor der Bundestagswahl am 22.09.02 aufgefor- dert. Figentlich hätte es umgehend zu einem positiven Entscheid und zur so fortigen Arbeitsaufnahme kommen können.

Erst Wochen nach der Wahl ließ Dr.

olmer dann die Katze aus dem Sack. U. 10.02 teilte er mit, dass eine ge- nerelle Verknüpfung der Themenfel- der Auschwitz, Jugendbegegnung. Okonomie, Okologie und Tourismus problematisch sei. Auf das Angebot der Lagergemeinschaft Auschwitz nach einer Diskussion mit Kompro- missergebnissen im Auswärtigen Amt ging er nicht ein. Vielmehr stellte er weiter fest: Grundsãtzlich erscheint es mir nicht notwendig, zum Zweck der Heranführung jüngerer Menschen an das Thema Auschwitz eine neue Stif- tung ins Leben zu rufen.

Der über ein Jahr geführte Schrift- wechsel sollte nach der Bundestags- wahl plõtzlich Makulatur sein und die Mitteilung Wie Sie wissen, Schäãtze ich das Engagement der LGA sehr hoch ein, ausgerechnet am Jahrestag der Reichspogromnacht 2002 übermittelt, klingt wie Hohn. Endgültig auf den Arm und nicht ernst genommen fühlt man sich aber bei den weiteren Aus- führungen. Geeignete Projekte kön- nen aus Mitteln der Bundesstiftung Prinnerung, Verantwortung und Zu- kunft gefördert werden teilt der Mi- nister mit. Die Lagergemeinschaft Auschwitz hatte sich aber ausdrũcklich schon vor einem halben Jahr in einer von ihr organisierten Veranstaltung mit dem Leiter der Stiftung Günter Saathoff sachkundig gemacht. Danach schließt die Satzung der Berliner Stif- tung klar eine Mittelverwendung für die gewünschten Anliegen der Lager- gemeinschaft aus. Lediglich Zeitzeu- genbegegnungen können bezuschusst werden. Die Lagergemeinschaft möch- te aber neue Konzepte jetzt schon er- proben, die auch dann noch funktio- nieren, wenn leider keine Zeitzeugen mehr am Leben sind.

Ein merkwürdiger und radikaler Tonwandel kommt in einem weiteren Satz des Staatsministers Dr. Volmer zum Ausdruck. Er verweist auf die Task Force for International Coope- ration on Holocaust Education, Re- membrance and Research, die sich als politisch-diplomatischer Schirm zur Unterstũtzung internationaler Initiati- ven im Bereich der Bildung und For- schung über den Holocaust verstün- de. Dabei ist Dr. Volmer zuversicht- lich, dass mit Initiativen wie dieser das befürchtete Erlahmen einschlägiger Interessen insbesondere bei Jugendli-