Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 29
Die verkürzte Sichtweise des Ex-Staatsministers Ludger Volmer
von Piethardt Stamm
Schon seit mehreren Jahren denkt die Lagergemeinschaft Auschwitz dar- über nach, wie einerseits in der Bevl- kerung und insbesondere bei jungen Menschen ein Interesse für die Thema-
k Nationalsozialismus“ und Ausch- 6 geweckt werden kann und wie andererseits in diesem Zusammenhang neue Konzepte langfristig auch ohne Zeitzeugen realisiert werden kõnnen.
Dazu hat die Lagergemeinschaft Auschwitz pãdagogisch-organisatori- sche Konzepte entwickelt und partiell erprobt Giehe u. a. Mitteilungsheft Nr. 1/2001). Es sollte unstrittig sein, dass neue Arten der Begegnung mit Polen und auch andere Zugänge zu Ausch- witz als im Kontext zu sehende Anlie- gen notwendig sind und zunehmend wichtiger werden. Sollen derartige Uberlegungen von einer kompetenten und langjãhrig erfahrenen Institution wie der Lagerge-meinschaft Auschwitz nachhaltig umgesetzt werden, so be- darf es einer politisch gewollten Start-
Ufe. Hierzu bietet sich am besten eine ftung an, da deren Kapital die lang- fristige ·Verfügungsmasse ist, von de- ren Zinsen die laufende Arbeit finan- Ziert wird.
Dementsprechend gab es im Früh- jahr 2001 inhaltliche und organisatori- sche Absprachen mit der Leitung im Museum Auschwitz, dem Vorstand zur Betreuung von Auschwitz(TOnO) in Warschau, dem polnischen Außenmini- Ster Wladyslaw Bartoszewski und der polnischen Botschaft in Berlin. Auch das Hessische Landesinstitut für Pã- dagogik(HeLP) befaßte sich einver-
ständlich in einem Lehrerlnnensemi- nar mit der Materie.
Alle Institutionen und Personen waren von der Konzeptanalyse der La- gergemeinschaft Auschwitz überzeugt. nach der sich'traditionelle“ Fahrten nach Auschwitz insbesondere für junge Personen aus Deutschland, nicht mehr ausschließlich an den unmittelbaren Gegebenheiten des Lagers orientiert. Auschwitz wird in einen Zusammen- hang mit Polen gestellt werden. Es soll ein Konzept von võlkerverständigen- den, õkonomischen, politischen, sozia- len und kulturellen EFlementen vermit- telt und nachhaltig verinnerlicht wer- den. So wurde es am 21.07.01 in einem erläuternden Brief dem damaligen Staatsminister im Auswärtigen Amt Dr. Ludger Volmer mitgeteilt.
Der Direktor des Museums und der Gedenkstätte Auschwitz Jerzy Wroblewski schrieb parallel, dass es neu und bedeutsam sei, wenn es der Lagergemeinschaft gelingt, für allge- meine Themenstellungen die Schnitt- Stellen zu Auschwitz zu finden“. Weiter formulierte er sein großes Interesse am Aufzeigen von Auschwitz in unter- schiedlichen Lebensbereichen. Hier- zu bedarf es auch des Fxperimentes“ stellte er fest.
Ahnlich äzußerte sich der Vorsitzen- de der Gesellschaft zur Betreuung von Auschwitz Kazimierz Albin. Wir sind auch der Meinung, dass man das Anlie- gen der Lagergemeinschaft Auschwitz erproben und evaluieren soll. Erfah- rungen aus praktisch durchgeführten Begegnungen in Polen können immer


