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(2002) 2/2002. Dezember 2002
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Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 27

len Verbrechens ertragen und durch- halten.

Nach der Finstellung der Massen- transporte aus den Gebieten Ungarns vom 11. Juli 1944 wurde der erste Auf- standstermin auf Freitag, den 28. Juli 1944 festgelegt. Bis dahin kam es noch am 19., 23. und 27. Juli zu vier Verga- sungsaktionen, an fünf weiteren Tagen wurden ferner Gruppen von bis zu hun⸗ dert Personen im Krematorium er

hossen. Während also einerseits auf- Zrund der geringen Beschäftigung im Vernichtungsbetrieb die Gelegenheit zur Aufstands-Planung günstig war, trat andererseits konsequenterweise die be⸗ rechtigte Befürchtung der eigenen Er- mordung in den Vordergrund. Die 874 kõpfige Sonderkommando-Belegschaft war nun zu zZahlreich im Verhältnis zur anfallenden Arbeit. Man befürchtete zu Recht, dass das volle Kommando von der SSLagerführung nicht weiter er- halten werden würde und eine Mor- daktion bevorstand, da die Hãftlinge als Geheimnistrãger nicht in andere Ar- beitskommandos ũberstellbar waren.

Nach Bekanntwerdung des Befehls der SSLagerverwaltung vom 15. Juni 1944, die arischen Häftlinge in das

eichsinnere zu überstellen, Sowie nach 5 Liquidierung des Familienlagers, den zahlreichen Selektionen innerhalb der Lagerabschnitte und dem vorlãufi- gen Finstellen der zur Vernichtung be- stimmten Massendeportationen, deute- te alles auf eine;Liquidierung? des La- gers und zuvor auf die schrittweise Be- seitigung der Sklaven der Todesfabrik hin. Das Voranrũcken der Sowjetarmee machte die Finstellung des Vernich- tungsbetriebs absehbar. Mit der Zer- Stõrung der Todesfabrik würde auch das Sonderkommando, das untrennbare In- ventar der Todesfabrik, untergehen.

Die Terminierung des Aufstandes auf den 28. Juli 1944 ergab sich wahr- Scheinlich kurzfristig und nach dem Be- kanntwerden der Befreiung des Kl. Majdanek vom 24. Juli 1944. Das Son- derkommando setzte sich damit von den Plänen und Anordnungen der in- ternationalen Widerstandsbewegung im Lager ab, welche weiterhin an ihrer Hinhaltetaktik festhielt und einen gün- stigeren Frontverlauf abwarten wollte. Die Führung der Widerstandsgruppe im Sonderkommando ignorierte alle Einwãnde mit der Begründung, dass sie unter einer akuten Todesgefahr stünde. Sie erkannte gleichzeitig die realistische Möglichkeit zu einem erfolgverspre- chenden Aufstand und wollte nicht län- ger abwarten. Nachdem der eingeweih- te Kreis und die Führungskräfte alle notwendigen Vorbereitungen getroffen hatten, wurden weitere vertrauens- würdige Hãftlinge eingeweiht. Es ist al- lerdings Zzu bezweifeln, dass alle Son- derkomando-Hãftlinge oder auch nur die Mehrheit von ihnen eingeweiht war. Vermutlich blieb weiterhin nur eine Minderheit von schätzungsweise eini- gen Dutzend Männern informiert, die die Gruppen anführen und kurz vor dem Ausbuch der Aktion instruieren Ssollten. Da die Interessengegensät?ze auch in einem so isolierten und schick- Salsvereinigten Arbeitskommando wie dem des Sonderkommando erheblich waren, besonders angesichts der psychi- Schen und physischen Belastung die un- ter den Häftlingen des Sonderkom- mandos herrschte, war die begründete Gefahr des Verrats und Boykotts er- heblich. Die Informationspolitik der Untergrundführer musste sich vorlãufig auf᷑ wenige zuverlãssige Kameraden be- grenzen, und erst einen Tag vor dem festgeset?ten Iermin konnten alle Auf-