Heft 
(2000) 1/2000. August 2000
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Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer

Patenschaften zur pflegerischen Betreuung

von ehemaligen KZ-Häftlingen

Lee-Flisabeth Hölscher-Langner berichtet über ihre Initiative in Polen

In Krakau und Umgebung betreut Lee-Flisabeth Hölscher-Langner mit Zi- vildienstleistenden und mit Unterstũtzung durchZeichen der Hoffnung sowie andere Organisationen eine Reihe von ehemaligen KZHäftlingen. Anfang des Jahres hat die Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer die finanzielle Patenschaft für die pflegerische Betreuung von Pawel Rzepa und Sta-

nislaw Smialek übernommen.

Frau Hölscher-Langner informiert im folgendem Beitrag über ihre Arbeit in Polen. In einem Kurzportrait übermittelt sie den Lebenslauf von Pawel Rzepa und stellt auch Stanislaw Smialek mit einer kurzen Beschreibung vor.

Wir haben diesen Sommer wieder erlebt und unsere Schützlinge relativ gut durch die Hitze begleitet. Schlimm ist die Situation nur für unsere liegen- den Patienten, denn die feuchte Wär- me läßt auch die bestgepflegte Haut platzen. Auch bei Herrn Smialek ha- ben wir durchZeichen der Hoff- nung jetzt die Möglichkeit, den nun doch entstandenen Decubitus so in- tensiv wie möglich zu behandeln. S0 glaube ich, dass wir den Kampf um das Bein vielleicht doch gewinnen kön- nen. Jedoch ohne Rehabilitation wür- de er lãngst nicht mehr den Iag im Sit- zen verbringen können, und das wãre noch schlimmer.

Auch Pawel Rzepa wäre ohne Re- habilitation ein liegender Patient ge- worden, der womõglich schon gestor- ben wäre. So hat er jeden Tag die Freude an seinen aufwachsenden Ur- enkelkindern, die er aufrichtig liebt und die vor allem ihn lieben.

Herrn Smialek konnten wir im Ju- ni noch einmal in unseren Garten brin-

gen. Später hat ihm eine Lungenent- zündung viel Kraft gekostet. Wir ha- ben fünf Tage und Nãchte bei ihm ver- bracht und er hat sich in die Zeit des hohen Fiebers pausenlos den Gewalt- tãtigkeiten der SSMänner ausgesetzt gefühlt. Es waren sehr bedrückende Stunden. Die psychische Situation hat sich wieder stabilisiert, aber sein kör- perlicher Zustand gibt großen Anlaß zur Sorge.

Pawel RZepa

Ich bin am 2. September 1920 in Rzeszotary geboren. Im Alter von 18 Jahren kurz vor dem Kriegsausbruch, nachdem ich die Schlosserschule ab- Solviert hatte, wurde ich in der Straßenbahnabstellhalle(heute: Stãd- tisches Verkehrsunternehmen) einge- stellt.

Anfang 1942 wurde ich verhaftet und in das Gefãngnis in der Montelu- pich-Straße eingeliefert. Am 11. Juni 1942 wurde ich in das Konzentrations-