„. und bin eine Kkleine Speise
in einem Becher von
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Gertrud Kolmar hat in Deutsch- land als Frau, als Dichterin und als Jüdin das Anderssein schmerzlich erfahren. In ihren Gedichten entwickelt sie mit ge- waltiger Bilderkraft eine poetische Re- volte, in deren Mittelpunkt sie die schein- bar Häßlichen, die Ausgestoßenen, die Ewig-Anderen stellt. Der krassen Be- Schränkung ihres Lebensraumes setzt sie die Offnung ihrer inneren Räume und Welten entgegen. Hier will sie„das inne- re Licht anzünden“. Gegen Gewalt setzt sie Behutsamkeit.
Vor den Augen des Publikums ver- wandelt sich die Schauspielerin sowohl in Gertrud Kolmar selbst als auch in ihre Wesen der Ewig-Anderen. Anklagend und doch mit stolzer Freude zeigen sich die Figuren der Gedichte und nehmen auf der Bühne Gestalt an: die Kröte, die Fandstreicherin, die Drude, die Hãäßliche.
Finzelne Situationen und Ereignisse aus dem Le- ben der Dichterin werden szenisch integriert. Textli- che Grundlage hierfür sind ihre„Briefe an die Schwe- ster(1938- 1943).
Immer weiter schrei- bend, vermag sie ihr Leben in einer martialischen Welt zu behaupten,„die mit ver- Zerrten Gesichtern jede lei- Se Botschaft Schmäht“. Ru-
hig aber mit abwechslungsreicher Span- nung konfrontiert die Schauspielerin das Publikum mit einer in jeder Hinsicht außergewöhnlichen Frau.
Lili Schwethelm, 2
Schauspielerin, erhielt ihre Ausbil- dung im Institut Aktora- Teatr Labratori- um in Wroclaw, Polen. Seit 1982 arbeitet sie für theater mimikri in Frankreich, Po- len und Deutschland. Sie konzipiert und leitet theaterpädagogische Fortbildungs- projekte im In- und Ausland.
Margret Fehrer,
Literaturwissenschaftlerin und Sozio- login, arbeitet seit 1987 als Dramaturgin und Regisseurin im theater mimikri.


