Heft 
(1997) 2/1997. Dezember 1997
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Lagergemeinschaft Auschwitz- Freundeskreis der Auschwitzer 19

In den Vernichtungslagern Belzec, Sobibor und Treblinka wurden die Ju den des Generalgovernements ermor- det. Auf kleinstem Plat? wurden in Belzec über 600.000, in Sobibor über 250.000 und in Treblinka über 850.000 Juden und Jüdinnen ermordet. Im Gegensatz zu Auschwit? gab es in die- sen drei Lagern keine Selektionen die Menschen wurden sofort ermor- det. Aus Belzec ist nur ein Uberleben- der bekannt. 300 Häftlinge konnten beim Aufstand in Sobibor fliehen etwa 50 erlebten das Kriegsende. Am 2. August 1943 hatten bereits die Häft- linge von Treblinka einen Aufstand gewagt. Von den siebzig Häftlingen, die flichen konnten, erlebten rund vierzig das Kriegsende.

Zum Ende der Aktion Reinhard beseitigten die deutschen Mörder alle Spuren ihrer Verbrechen. Die Leichen wurden aus den Massengräbern ge- holt und verbrannt. Das ehemalige Lagergelände wurde eingeebnet und mit Bäumen bepflanzt. Auf dem Ge- lände wurden kleine Bauernhöfe er- richtet, die meistens von ehemaligen Wachmännern des Lagers bewirt- schaftet wurden. So konnte im wahr- sten Sinne des Wortes Gras über die Geschichte wachsen. Schriftliche Un- terlagen der Aktion Reinhard' wur- den weitgehend vernichtet. Im Ab- schlußbericht heißt es:'Bei der ge- samten Abrechnung Reinhard kommt noch das eine dazu, daß deren Belege baldigst vernichtet werden müssen, nachdem von allen anderen Arbeiten in dieser Sache die Unterlagen schon vernichtet sind...*

Heute, 53 Jahre nach der'Aktion Reinhard', muß man eingestehen: das Kalkül der Nazis ist durchaus aufge- gangen. Wer kennt in Deutschland den Namen Belzec, die Geschichte des Aufstands von Sobibor oder Treblin-

ka. Den Beweisen des Mordens in Au schwitz, den Berichten der Uberle- benden mußte sich das Nachkriegs- deutschland wohl oder übel beugen. Die Mordstätten ohne Beweis mit wenigen Uberlebenden ignoriert man auch noch Jahrzehnte spãäter.

Die Studienfahrt:

Mitarbeiter der örtlichen Gedenk Stätten Belzec, Sobibor und Treblinka werden uns über die Geschichte in formieren, aber auch berichten, was mit den jeweiligen Lagergelände nach 1945 passierte und wie sich die Ge- denkstätten entwickelt haben.

Die Reise wird in Kooperation mit der DGBJugend Hessen organisiert. Die Kosten für Fahrt, Unterbringung und Verpflegung betragen für Ge- werkschaftsmitglieder 300 Mark für Nichtmitglieder 380 Mark. Anmelde-

schluß ist der 20. Februar 1998 (begrenzte FTeilnehmerzahl). Bin verbindliches Vorbereitungstref-

fen findet am 1. März in Kassel statt. Anmeldungen: Antifa-Cafe, c% ge- stochen scharf, Elfbuchenstraße 18 in 34119 Kassel

»Schöne Zeiten' Eine umfangreiche Materialsamm- lung zu den Vernichtungslagern Bel-

zec, Sobibor, Treblinka wurde zur Vorbereitung zusammengestellt.

S e Franz, stellvertretender Kommandant von Treblinka, sein Fotoalbum mit Aufnahmen von dem Vernichtungsla- ger. Es kann für 15 Mark beim Antifa- Cafe bestellt werden.

Das Museum Sobibor soll mit einen Fernseher plus Videogerät, Filme so- wie deutschsprachige Bücher zur Aktion Reinhard unterstützt wer- den. Wer sich mit Geld und Ideen be- teiligen will, wendet sich an das Antifa-Cafe.