Lagergemeinschaft Auschwitz- Freundeskreis der Auschwitzer
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Weiterarbeit trotz erheblich weniger Zuschüsse
Studienkreis Deutscher Widerstand mußte hauptamtlichen
Mitarbeiterinnen kündigen
n Von Hans Hirschmann
Es kam wieder einmal schlimmer als erwartet. Der Studienkreis Deutscher Widerstand in Frankfurt/Main stand Anfang des Jahre fast vor dem Aus. Die bereits im Herbst geäußerten Befürchtungen, daß der Zuschuß der Stadt Frankfurt, damals in Höhe von 100.000 Mark, erneut gekürzt werde, sollten sich mehr als bewahrheiten, denn der gesamte Zuschuß stand als'unnötige Ausgabe“ auf die Sparliste. Den hauptamlichen Mitarbeiterinnen mußte ge- kündigt werden und es stand zu befürchten, daß das seit 1977 aufgebaute Dokumentationsarchiv sowie die Bibliothek geschlossen werden müßten.(In den letzten beiden Jahren gingen beim Studienkreis jeweils rund 750 Anfragen ein, davon rund ein Prittel aus Univeristäten; es wurden 10.000 Kopien für Benutzer angefertigt; zahlreiche Initiativen und Geschichtswerkstätten finden Seit Jahren beim Studienkreis Unterstützung und Anregungen für die Arbeit vor Ort; wissenschaftliche Arbeiten wie die Heimatgeschichtlichen Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933— 1945 fanden weithin
Anerkennung.)
Erst auf öffentlichen Druck hin re- vidierte der Magistrat seine grund- sätzliche Weigerung weiterhin Zu- schüsse zu gewähren und stellt zuerst wenigstens einen Betrag von 30.000 Mark im Haushalt für den Studien- kreis bereit. Bei Nachverhandlungen wurde dieser Zuschuß dann noch ein- mal um den gleichen Betrag aufge- Stockt. Das Feilschen um den Ftat für 1997 hat im Frankfurter Rathaus je- doch bereits begonnen, und erneut stehen Kürzungen auf der Tagesord- nung. Mit einiger Wahrscheinlichkeit dürfte erneut der gekürzte Zuschuß für den Studienkreis wieder zur De- batte stehen.
Die Mitgliederversammlung des Studienkreises hat zwar im Februar dieses Jahres beschlossen die Arbeit fortzusetzen, aber die Bedingungen haben sich bei allen Bemühungen um Umstrukturierungen natürlich ver- schlechtert. Hierzu Jutta von Frey- berg in den'Informationen“ des Stu-
dienkreises vom April 1996: Wir ha- ben nun die ersten erfolgreichen Schritte unternommen, daß die not- wendige Verwaltungsarbeit und die Betreuung des Archivs und der Bi- bliothek, die bisher von den haupt- amtlichen Mitarbeiterinnen wahrge- nommen wurden, wenigstens zum Teil von neuen ehrenamtlichen Kräften geleistet wird. Die Umstellung auf die überwiegend echrenamtliche Betreu- ung unser Forschung- und Bildung- seinrichtung wird jedoch noch länge- rer Einarbeitungsphasen bedürfen. Dieser Tätigkeitsbereich wird ebenso wie die wissenschaftliche Arbeit, die im Studienkreis geleistet wird, auf lange Sicht nicht auf der Basis ehren- amtlicher Mitarbeit allein zu bewälti- gen sein.“
Als positver Nebeneffekt der Exi- stenzkrise des Studienkreises ist zu verzeichnen, daß neue Mitglieder ge- wonnen werden konnten und sich auch der Kreis der Förderspender er-


