26 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer
ch habe das Ziel meiner Reise, Ausch- witz, vor Augen. Da will ich morgen hin, nicht in den Sanitãtswagen und nicht ins Krankenhaus, mit dem Tai in meine Gast- familie, Schlafen, ausruhen. Nach vielem Hin und Her ist die Entscheidung gefallen: Mit meiner Gastgeberin nach Hause, je- doch ir Sanitãtswagen, ein Arzt fãhrt mit, gibt mir ein berupigendes Medikament. ſch habe weiternin Unsicherheit über den Ziel- ort, aber wir fahren tatsãchlich in die Woh- nung. lch will in mein Bett, fühle mich mũ- de, hohl, leer, unempfindsarm. Ich schlafe tiet und fest.
Am nãchsten Morgen wache ich auf und hõre geschäftiges Treiben in der Woh- nung, springe aus dem Bett, hõre von mei- ner Bettnachbarin und ieben Mitfahrerin Sowie der Gastgeberin, der Arzt habe be- stimmt, daß ich zu Hause bleiben soll. lch bin hellwach und ziehe mich in wenigen Minuten an. Heute fahre ich nach Ausch- witz, mich kann niemand abhalten, ich füh- le mich frei— ich bin ein neuer Mensch. Durch Auschwitz gehe ich ruhig. lch spü- re, daß ich Auschwitz, Bavensbrück be- reits gestern abend erfahren und durchlebt habe.
Bei der Abfahrt von Krakow sehe ich mei- ne Leidensgenossin aus Havensbrück wieder. Wir sprechen über Erlebnisse im Lager, über den schreckichen Transport
vom 15 Januar 1948. Wir tauschen unse- re Adressen aus. Das Erinnern, das Fest- Lieselotte Vhmsef Weil vor der S8
halten geht weiter— ich glaube, unter er- Schneicerei fiavensbrück November leichternden Bedingungen. 7994. Foto: Christine Krause
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Erinnerung an Albert Simmedinger*
Bereits am 2. Dezember 1995 ist in Frankfurt am Main im Alter von 85 Jahren der Antifaschist Albert Simmedinger gestorben. Die Nazis hatten ihm 1935 den Prozeß gemacht, weil er auch nach dem Verbot der KPD für die Partei eintrat. Nachdem er seine Strafe von sechs Jahren im Zuchthaus verbüßt hatte, wurde er ins Konzentrationslager Sachsenhausen überwiesen, wo er 1945 befreit wurde. Nach dem Krieg kümmerte sich Alfred Simmedinger zunächst in einer Schweizer Hilfsorganisation um Opfer des NSStaates. Spãter setzte er sich im Auftrag der VVN für Entschädigung für Verfolgte ein. Unter anderem konnte er so vor einigen Jahren auch Lieselotte Thumser-Weil wenigstens zu einer kleinen Ent- schädigung verhelfen.
Albert Simmedinger war Träger der Johanna-Kirchner-Medaille. Seine Biblio- thek hat er dem Studienkreis Deutscher Widerstand geschenkt. Albert Simmedin- ger und sein antifaschistisches Engagement werden uns in Frinnerung bleiben.


