Heft 
(1995) 3/1995. Dezember 1995
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Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer

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Beigefügt werden gegebenenfalls auch durch Frläuterungen ergänzte Skizzen und Pläne, die der Befragte selbst zeichnet oder die auf der Grundlage seiner Angaben angefer- tigt werden. Solche Skizzen ęermögli- chen es unter anderem, die ursprüng- liche Zweckbestimmung bestimmter Räume in Gebäuden auf dem Lager- gelände zu klären oder auch die Funktion nicht mehr vorhandener Objekte zu beschreiben.

Die als Tonbandaufzeichnung regi- strierten Berichte werden in Auswahl ferner vollständig oder in Auszügen maschinenschriftlich aufgezeichnet und sind so einfacher benutzbar. Lau- fend wird ein Kartei-Index nach Na- men und sachlichen Themen geführt.

Zu jedem Bericht wird eine Kartei- karte für die Namenskartei angelegt, die auch kurze Informationen über die in dem Bericht angesprochenen Themen enthält. Seit diesem Jahr er- arbeiten wir einen Sachindex, der es erst ermöglichen wird, diese Doku- mentation in vollem Umfang zu nut- zen. Seit drei Jahren wird das Archiv computerisiert, und für die nächsten Jahre ist vorgesehen, auch die Frinne- rungen und die Berichte in die Daten-

¶ban einzugeben. Dies wird es sehr

erleichtern, präzise die erforderlichen Informationen zu erteilen.

Im Jahre 1991 hat die Gedenkstätte Auschwitz vom Studio Katowice des Polnischen Rundfunks als Deposit 1562 Tonbänder mit Aufnahmen von Berichten ehemaliger Häftlinge erhal- ten. Das Studio(..) hat ein Auschwitz- Dokumentationszentrum gebildet, das in ganz Polen ehemalige Häftlin- ge interviewt.(..) Später ist das Do- kumentationszentrum dazu überge- gangen, die Berichte auch als Vi- deoaufzeichnung festzuhalten. Bisher

sind im Rahmen dieser Arbeit circa 30 Reportagen entstanden.(..)

Ich möchte hier darauf hinweisen, daß die Berichte und Erinnerungen eine besondere Rolle hatten, als die Mitarbeiter der Gedenkstätte began- nen, die Monographien der einzelnen Nebenlager des KI. Auschwitz zu er- arbeiten, die in den Heften von Au- Schwitz publiziert worden sind. Als wir unserere Forschungen begannen, standen uns häufig nur sehr wenige fragmentarisch erhaltene Orginaldo- kumente zur Verfügung. Erst die Aufzeichnungen einer größeren Zahl von Berichten und auch die Einbezie- hung von nach dem Kreigsende ent- Standenen Quellen hat es ermöglicht, die erforderlichen Informationen zu- sammenzutragen, auf deren Grundla- ge die Geschichte der Nebenlager ge- Schrieben werden konnte.

Video- und Filmaufnahmen

(..) Erst 1991 konnte die Gedenk- Stätte Auschwitz beginnen, Berichte auch als audiovisuelle Aufzeichnung festzuhalten, denn bis dahin standen die herfür erforderlichen Geräte nicht zur Verfügung. Unser Bestand ist deshalb noch nicht sehr umfang- reich.(..) Die ersten Videoaufzeich- nungen wurden 1988 in Zusammenar- beit mit der Internationalen Jugend- begegenunsstätte in Oswiecim ge- dreht. Die späteren Videoarbeiten ha- ben Mitarbeiter der Gedenkstätte dann selbst im Rahmen der Arbeit des Museums durchgeführt.

Bei der Aufzeichnung von audivi- suellen Berichten werden die gleichen Grundsätze und Methoden zurgrun- gegelegt wie bei den Aufnahmen mit dem Tonband. Die Filme werden nicht im Studio gedreht, sondern auf dem Gelãnde des ehemaligen Konzen-