Heft 
(1994) 4/1994. Dezember 1994
Einzelbild herunterladen

4 Lagergemeinschaft Auschwitz- Freundeskreis der Auschwitzer

schen Bildung getragen, wodurch wenigstens einige organisatorische Voraussetzungen sichergestellt wer- den konnten G. B. Versicherungs- schutz für die beteiligten Schülerin- nen und Schüler, was etwa bei Ar- beiten außerhalb der Schule notwen- dig ist). Neuland wurde außerdem in der Zusammenarbeit mit dem Ju- gendbildungswerk des Landkreises Gießen beschritten, eine bis dahin ungewöhmliche Konstellation, die eine Vielzahl rechtlicher Probleme entstehen ließ, deren Lösung nur mit erheblicher Mühe, viel Zeitaufwand und unbürokratischen Vorgehens- weisen möglich wurde.

All dies waren und sind natürlich denkbar ungünstige Voraussetzun- gen, ein vergleichbares Projekt zu realisieren und eben wenigstens die- se Schwierigkeiten hat das neue Hes-

sische Schulgesetz weitgehend aus dem Weg geräumt: Kooperationen mit Einrichtungen der kommunalen Jugendpflege sind rechtlich unpro- blematisch(Paragr. 16,2 u. 3 Hess. Schulgesetz). Schulen können ver- gleichbare themenbezogene Projekte außerhalb des Fachunterrichtes an- bieten, indem sie ein entsprechendes

Aufgabengebiet' definieren(P. 6.0

Hess. Schulgesetz). Ein solches Auf- gabengebiet kann jahrgangs- und Schulformübergreifend unterrichtet werden. Schließlich macht es keine Schwierigkeiten mehr, qualifizierte Personen, die nicht dem Lehrerkol- legium angehören, mit der Leitung solcher Projekte zu betrauen. Schülerinnen und Schüler, die In- teresse an dieser Arbeit haben und bereit sind, sich zu engagieren, fin- den sich allemal. 1

Coventry-Kirche mahnt Asyl an

In Botschaft an Deutsche auch auf Waffenexport hingewiesen

Von Stephan Hebel

BERLIN, 7. Dezember. Knapp 55 Jahre nach der Zerstörung von Coventry durch deutsche Bomben hat sich die anglikani- sche Kirche in der britischen Stadt mit einer ungewöhnlichen Botschaft an die Deutschen gewandt. Sie ruft unter ande- rem zu kirchlichem Schutz für Flüchtlin- ge und zum Kampf gegen die Rüstungsin- dustrie auf. Es erscheine sinnvoll,dar- über nachzudenken, was uns heute ver- bindet und verpflichtet, schreiben Dom- propst John Petty und Paul Oestreicher, Leiter desVersöhnungszentrums in Co- ventry, in ihrem Aufruf.Frieden heute bedeutet in den Städten Englands und Deutschlands, die Fremden in unserer Mitte nicht als Fremde zu behandeln, son- dern als Mitbürger, die uns bereichern,

heißt es darin weiter. Eine eindeutige Po- sition beziehen Petty und Oestreicher in

der Debatte über Kirchenasyl für abge- G wiesene Flüchtlinge:In der Erinnerung daran, wie viele deutsche Juden in den Tod getrieben wurden, weil ihnen kein an- deres Land Asyl gewährte, wollen wir uns aktiv dafür einsetzen, daß die heute Ver- folgten nicht mehr von der Europäischen Union ausgesperrt werden, auch auf das Risiko hin, mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten.

Zur Rüstungsindustrie heißt es, der fast grenzenlose Waffenexport auch in Länder, die die Menschenrechte verachte- ten,gehört mit zu unserer Schande. Eine gemeinsame Aufgabe für deutsche und englische Christen sei ,die Förderung der Konversion unserer Kriegsindustrie zur Produktion fürs Leben EEM 5.72.