Heft 
(1994) 2/1994. Juni 1994
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82 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer

Das IAK will seinen Finfluß im Internationalen Rat, der Fragen der Erhal- tung bearbeitet, geltend machen, damit sinnvolle Pläne zur Restauration er- stellt werden. Zur Zeit sind diverse Vorschläge in der Diskussion, die von den Verbãnden der ehemaligen Häftlinge weitgehend abgelehnt werden.

Die Präsidenten der internationalen Lagergemeinschaft aller KZs appellier- ten an übernationale Autoritäten, sich für die Erhaltung aller Gedenkstätten ein?zusetzen. Die KSZE verabschiedete eine Resolution in diesem Sinne und das Europaparlament ein Zehn-Punkte-Programm. Jedoch konnte das EU- Parlament keine Gelder bereitstellen. Deshalb sollen jetzt nach den Furopa- wahlen neue Vorstöße unternommen werden.

Auch unsere Spendenaktion wird weiter- geführt. Spenden können unter dem Kennwort Auschwitz-Stop dem Verfall beim Konto der Lagergemeinschaft Sparkasse Wetterau, BLZ 518 500 79) auf

die Konto-Nr. 00 2000 2000 6 überwiesen werden.

Das Internationale Denkmal in Auschwitz-Birkenau war ein weiteres Dis- kussionsthema der IAK Sitzung. Nachdem die polnische Regierung die In- schriften beseitigen ließ- die Zahl der in Auschwitz-Birkenau ermordeten Opfer ist in der'Fachwelt' heftig umstritten, hängt die Anbringung eines neuen Textes von der Finanzierung ab. Die polnische Regierung hat eine Inschrift anfertigen lassen, die 67.000 Dollar kosten würde. Das IAK ist nicht bereit diese Summe zu zahlen, da nach in Belgien kalkulierten Kostenvoran- schlägen für die gesamte Arbeit, einschließlich Reisekosten lediglich fünf- achttausend Dollar nötig seien. Das Problem muß in weiteren Verhandlunge gelöst werden.

Desweiteren diskutierte das IAK-Gremium über die Aufnahme bzw. Koopti- on weiterer Mitglieder. Aufgenommen wurden eine neugegründete slovenische Organisation ehemaliger Deportierter, Widerstandskämpfer und KZ- Häftlinge, eine neugegründete ungarische Auschwitz-Stiftung sowie die belgi- sche Auschwitz-Stiftung, bei der zehn hauptamtliche Mitarbeiter beschäftigt sind, und die unter anderem die Arbeit von LAK-Präsident Maurice Goldstein intensiv unterstützt.

In einer Aussprache mit Vertretern des õsterreichischen Auschwitz-Komitee, dessen Mitgliedschaft im IAK seit vielen Jahren ruht, wurden gegenseitige Vorwürfe und Kritik vorgetragen, jedoch in dem gemeinsamen Bestreben, eine erneute Zusammenarbeit und Mitgliedschaft zu ermöglichen. Die österreichi- schen Vertreter wollen in ihrem Verband über dieses Ziel diskutieren und bald eine Entscheidung zu treffen. Folker Behrens