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(1994) 1/1994. März 1994
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Lagergemeinschaft Auschwitz- Freundeskreis der Auschwitzer 7

varin die Sachen erklärt hat, die es dort gibt. Dort sind noch heute von Zeugenaussagen bis hin zu Tonbãndern auch solche Informationen erhalten, die die SS nicht vernichten konnte. Danach ist die Gruppe geteilt worden. Eine Gruppe fürs Archiv, eine andere zum Grasrupfen. Ich bin in die erste Gruppe geraten, dort befaßte ich mich dann nãher mit einem Bericht über den Arzt Mengele, der in Auschwitz unmenschliche Versuche vornahm- vor allem an Zwillingen. Ich finde, dieser Mengele war ein total zwiespãltiger Typ, aut der einen Seite hat er seine Versuchskaninchen? verhätschelt und aut᷑ der anderen Seite hat er Menschen selektiert- also über Leben und Tod regiert. VOLLI6 ABSURD.

3 Am Nachmittag waren wir im Lager Birkenau. Eine riesige Flache(75

Hektar) mit Baracken. Ich weiß nicht, aber irgendwie ging das alles nicht an mich, mir war es da zu idyllisch. In's Gruppentagebuch habe ich geschrie- ben, daß es mir so vorkam, als ob wir über Leichen laufen. Es ist wirklich Seltsam. Ich spüre die Blicke der Besucher auf uns gerichtet, kann ihnen jedoch nicht begegnen. Ich fühle mich beinahe schuldig, so absurd es auch ist. Schuldig. Es hämmert in meinen Schlafen, obwohl ich genau weiß, daß ich nicht schuldig bin. Ich versuche meine Gedanken zu beschwichtigen, indem ich denke: Du warst es nicht. Es war das Herrenvolk' aus dieser Zeit' lch habe Angst davor, doch schuldig zu sein. In Birkenau ist alles ruhig, zu ruhig.

06. 06. 1989

Heute hatte ich meinen ersten Arbeitseinsatz. Wir waren in Birkenau, die Fugen zwischen den Steinen des Denkmals sauber zu machen. Ich fand es gut, da hatte man wenigstens Zeit zum Nachdenken. Am Nachmittag waren wir in der jüdischen Ausstellung, aber ich habe nicht viel davon mitgekriegt. lch war einfach schon zu voll mit Informationen, die ich noch nicht alle verdaut hatte, also habe ich einfach abgeschaltet. Schließlich fand am Abend das Gesprãch mit einem ehemaligen polnischen Auschwitz-Hsftling statt. Ich fand es gut, noch einmal zu hören, wie ein Haftling das alles erlebt hatte.

07. 06. 1989

Arbeitseinsatz! Heute fingen wir mit Schuheputzen an, da das Wetter schlecht war. Ein Teil von uns putzte Schuhe, ein anderer trug saubere in die Besichtigungskästen und holte dreckige heraus. Ich war bei den Trägern. Mir hat die Arbeit Spaß gemacht, was eigentlich verwunderlich ist, wenn man sich vorstellt, was ich da hin und her getragen habe. Was mich aber störte, war nicht die Arbeit, sondern die Besucher der Ausstellung. Die schauten uns an wie einen aufgespießten exotischen Schmetterling in einem Glaskasten, der noch ein wenig zappelte. Dann wurde das Wetter besser und wir fuhren nach Birkenau. Wie üblich harkten wir Unkraut in den Fu-