Heft 
(1994) 1/1994. März 1994
Einzelbild herunterladen

Lagergemeinschaft Auschwitz- Freundeskreis der Auschwitzer 5

Warum und zu welchem Endeꝰ Wie dugendliche Auschwitz erleben.

von Klaus Konrad-Tromsdorf

Die nachfolgend dokumentierten Tagebuchnotizen entstanden während eines Gedenkstättenseminars in Auschwitz. Die teilnehmenden Schülerin- nen und Schüler einer Gesamtschule des Landkreises Gießen waren damals Ssechzehn Jahre alt. Die Autorin studiert heute Germanistik und Kunstwis- Senschaften an der Universitãt in Gießen.

TAGEBUCRH AUSCHWIT2 Katja Rischmann

01. 06. 1989

Nun sitze ich hier zwischen all meinen Sachen, die ich mit nach Auschwitz nehmen will. Morgen geht es los! Morgen beginnt die Fahrt zu einem Ort, an dem Menschen planmsßig umgebracht wurden, und ich sitze hier, packe meine Tasche und versuche, jeglichen Gedanken an diesen Ort zu unter- drücken. Aber es gelingt mir nicht! Denn ich habe Angst vor dem, was dort auf mich wartet. Ich frage mich, was ich empfinden werde, wenn ich durch diese Todesstätte gehe; werde ich schockiert oder niedergeschlagen sein, oder wird es mich gar nicht berũhren?

Was wird kommen?

03. 06. 1989

Jetzt sind wir da! Mein erster Eindruck: hier ist alles grau, das Land, die Häuser, ja sogar der Himmel. Grauer Himmel, graue Vergangenheit. Wie passendꝰ!

04. 06. 1989

Heute morgen war Stadtführung. Es war sehr interessant, durch die Straßen zu gehen, Häuser und Plãtze zu schen, Geschichte und Geschichten anzuhören. Doch schon da ist mir bewußt geworden, wie sehr diese Stadt von der Vergangenheit beeinträch-