32 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer
waren. Es gilt Zudem nicht als gesichert, dass Olère bereits direkt nach seiner An- kunft in Auschwit?-Birkenau zum Son- derkommando ausgewählt wurde(S. 18). Fine Fintragung in der Schichtnach- weistabelle des Arbeitseinsat?es vom Nebenlager Neu-Pachs in Jaworzno vom August 1 943 legt die Vermutung na- he, dass sich Olère zuerst in einem ande- ren Arbeitskommando befunden haben könnte, wie dies auch bei anderen Hãäft- lingen vor ihrer Uberstellung ins Son- derkommando der Fall gewesen war. Olère dokumentiert schlussendlich nicht nur als Augenzeuge, sondern auch als Historiker aus dem Sonderkomman- do verschiedene Geschehen künstlerisch, nämlich überlieferte Breignisse oder ei- gene Erlebnisse, die er zum Teil mitein-
ander verknũpfen muss, um die komple- Xe Geschichte des Vernichtungslagers Auschwit?-Birkenau überhaupt erzählen und ũberzeugend vermitteln zu können. Die Herausgabe eines Katalogs über das Gesamtwerk David Olères steht lei- der noch aus, ebenso wie eine kritische Analyse und gründliche kunsthistorische Interpretation seiner einzigartigen Bil- der vowie eine Auflistung seiner Gemãäl- de, Zeichnungen, Entwürfe und Skulptu- ren mit Angaben über das exakte Ent- stehungsjahr und den bisherigen sowie aktuellen Verbleib. Neben dem würdi- gungswerten künstlerischen Schaffen Olères sollte Zukünftig aber auch die in⸗ teressante Biografie des Menschen und Friedensbotschafters David Olère aus- führlicher betrachtet werden..
Wir trauern um Kazimierz Albin und Karol Tendera
Wir trauern um unse- ren Freund Kazimier? Albin. Am 22. Nuni 2019 ist der 96Jährige in Warschau gestorben. Er war der letzte noch lebende Häftling aus dem ersten Iransport mit polnischen Wieder- Standskämpfern, der am 14. Juni 1940 im Stammlager Auschwitz ankam.
Nach der Befreiung Buropas von der deutschen Besat?ung sah es Kazi- mier? Mbin als seine wichtigste Pflicht an, über Auschwitz und seine ermorde- ten Mithäftlinge zu berichten. Er hatte bereits vor seiner Deportation Kennt- nisse der deutschen Sprache erworben. Insofern war es ihm„hesonders wichtig, in Peltschland gehört zu werden“, wie Christoph Heubner, ViZepräsident des
Kazimierz Albin
Internationalen Ausch- wit?-Komitees, in eit nem Nachruf betonte. Dies haben auch viele erfahren, die ihn bei un- seren Studienfahrten oder bei anderen Gele- genheiten kennenler- nen durften.
Mit Karol Iendera ist am 1. Okto- ber 2019 in Krakau ein weiterer ehe-— maliger Auschwit?-Häftling verstor- ben, der sich oft Zzum Gespräch mit Gruppen unserer Studienfahrten ge- troffen hat. Karol Tendera wurde 98 Jahre alt. In seinen letzten Jahren pro- testierte er lautstark und mit Recht ge- gen die Nutzung der Bezeichnung„pol- nische Konzentrationslager“, die vor al- lem in deutschen Medien oft fahrlässig verwendet wurde. Hans Hirschmann
Karol Tendera


