Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 33
Obwohl seiner Witwe und Ver- wandten zufolge eine Widerstands- tãtigkeit Erreras in Griechenland nicht bekannt war, reichte seine spektakulã- re Flucht in Auschwitz offenbar aus, um mit Hilfe von Fürsprechern dafür gechrt zu werden. Der Fluchtversuch war nicht der erste und auch nicht der letzte, der von Sonderkommando- Hãäftlingen durchgeführt worden war, aber Sicherlich einer der berühmtesten, da sich das Ereignis rasch im Lager herum gesprochen hatte, nicht zulet?zt wegen der Verwundung oder behaup- teten Ermordung von SSAngehörigen durch den Griechen.
Partisan oder Pechvogel
Im Internet kursierende Behaup- tungen, dass Errera bereits in Grie- chenland im Widerstand aktiv gewesen Sei, sind unsubstantiiert. Möglicherwei- se beruhen sie auf Verwechslungen oder falschen Schlussfolgerungen: Tatsächlich soll ein Elias Errera dem Widerstand angehört haben, ein Mau- rice Errera wurde am 5. 4. 1943 bei ei- nem Fluchtversuch aus dem Baron Hirsch Ghetto erschossen. Er habe sich den Partisanen anschließen wollen. Al- berto Erreras Schwager Samuel Eski- natzi wurde eine Woche vor dem Ende der Kampfhandlungen am 6. 1. 1945 in Kaza Biotias als Anführer der 10. Kompanie des 54. ELAS—Regiments (Griechische Volksbefreiungsarmee) im Kampf getötet, allerdings nicht von den deutschen Besatzern(wie von Matsas in, The Wusion of Sufet)“ 1997 behauptet), die sich bereits im Oktober 1944 aus Griechenland zurückgezogen
hatten, sondern von griechischen Re- gierungs- und britischen Truppen. Marcel Nadjary schrieb 1947 in sei- nen Frinnerungen über einen Hãftling, den er im März 1944 im Durchgangsla- ger Haidari kennengelernt hatte:„Pin anderer Mann war Alelcos Alexundridis Wir wuden beste Freunde Ey wurde he⸗ vhldigt der Lieferant der Gluerilla ge⸗ wesen zu sein. Spter enthiillte er min dass vein Name Alberto Errera wun“ Nadjari schreibt nicht, dass sein Freund für die Partisanen gearbeitet habe. Dem Univ-Prof. John Kalef-Ezra zufolge wã- re Seiner?eit als Verhaftungsgrund häu- fig eine Verbindung mit den Partisanen (FLAs) unterstellt worden; in Erreras Fall sei die Anzeige einer abgewiesenen verliebten Frau dafür verantwortlich ge⸗ wesen, dass Alberto unter falschem Vor- wand in Athen verhaftet worden sei. Tatsächlich sei Errera mit seiner Frau und Schwãgerin unter dem falschen Na- men Alekos Mexandridis in Farsala un- tergetaucht und habe von dort aus Le- bensmittel und andere Waren transpor- tiert, bevor er an die Gestapo ausgelie- fert wurde. Laut Prof. Kalef-Fzra hätten viele versteckte Juden Thessaliens sein- ereit von dieser Tätigkeit gelebt. Auf dem Weg nach Auschwit? habe der De- portationsꝰug am 2. 4. 1944 an der Stati- on Farsala gehalten, wo Errera einem zufällig vorbeigehenden Freund noch eine Nachricht an seine Frau habe zuru- fen können, die daraufhin mit ihrer Schwester in die Gebirgsregion von Pi- lio geflüchtet sei. Mit Joseph Nechamas 1940 erstmals veröffentlichter Darstel- lung im 2. Band von Michael Molhos unzuverlãssigem Werk, In Memoriam“


