2 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer
reitwillig zur Stelle waren.* Auch die Tä- ter haben damals und in den folgenden Kriegsjahren fröhlich Weihnachten gefei- ert. In Auschwit?z wurde das Fest von den Wachmannschaf- ten begangen mit zum Teil unglaubli- chen„Späßen“: 80 mussten 1942 die Häftlinge im Stamm- lager bei mehr als Mi- nus 30 Grad unter dem großen Weih- nachtsbaum z?um Apell antreten. Wer zu schwach war, um länger zu stehen, und umfiel, wurde mit Wasser begossen und 80 als Pisblock er— mordet. Unser Vereinsgründer Her- mann Reineck, der als Zeit?euge bei diesem grausamen„Spaß“ dabei war, konnte dann auch nach seiner Befrei- ung Weihnachten„nicht mehr als schö- nen Feiertag empfinden“.
Konkrete Hilfe
So wie Hermann erging es vielen an- deren überlebenden KZ-Häãftlingen. Wir wissen, dass gerade im Alter das
Eva Pusꝰ?tai aus Budapest mit Jugendlichen. Im Mai 2014 wur- de Eva aufgrund ihrer großen Verdienste zur Ehrenbürgerin von Stadtallendorf ernannt. Dort hatte die Shoah-Uberleben- de im Zweiten Weltkrieg als Zwangsarbeiterin im Dynamit- Werk, einem Außenkommando des KZ Auschwitz, schuften müssen. Wegen ihres außerordentlichen Engagements, über die NS-Verbrechen aufzuklären, ist sie nun geehrt worden. Wir gratulieren von ganzem Herzen.
Langzeitgedächtnis das Denken be- stimmt, und ehemalige Häftlinge, die an Altersdemenzerkranken, werden von ihren schrecklichen Brinnerung ganz besonders geplagt. Als Verein ha- ben wir deshalb unseren Freunden bei den Hãäftlingsorganisationen in Polen immer wieder mit Spenden geholfen, damit sie ihre kranken Kameraden be- suchen und unterstüt?en können. Er- innert sei in diesem Zusammenhang an einen Brief von Kazimiercz Bokus,
* Darüber berichtet eindrucksvoll die Wanderausstellung„Legalisierter Rauh. Der Vis- Kus und die Ausplünderung der Juden 1933— T94.5“, die gerade bis Zzum 30. November in Bad Vilbel zu sehen war. Sie wird nun mit neuem regionalem Schwerpunkt vom 28. Ja- nuar bis April 2015 in Rüsselsheim und Hörsheim gezeigt. Weitere Informationen zur Ausstellung: wwwfritz-bauer-institut.deſlegalisierter-raub. html.


