Heft 
(2011) 2/2011. Dezember 2011
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Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 33

Wir trauern um Alffred Schulz Er war Mitinitator des Hãärtefonds für vergessene NS-Opfer

Am 25. Juli dieses Jahres ist unser langjähriger Vereinskamerad und Freund Alfred Schulz aus Reinbek bei Hamburg verstorben. Er gehörte seit den Anfängen zur IGA und war wie s0 viele von uns durch Hermann und Anni Reineck dazu gekommen. Sie hatten ihn auch dazu bewogen in den Jahren 1988 bis 1090 im Vorstand mitzuarbei- ten. Port hat er sehr engagiert mitgear- beitet und in einer kritischen Phase der Vereinsgeschichte ganz entscheidend zum Erhalt und Fortbestand der LCA4 beigetragen. Immer wieder hat er die Strapazen der Reise von Kiel, wo er Landtagsabgeordneter und Vizepräsi- dent des Landesparlaments war, bzw. von seinem Wohnort zu den Vorstands- sit?ungen nach Frankfurt/ Main aufsich genommen.

Ich selbst habe Alfred Mitte der 1980er Jahre kennen und schätzen ge- lernt; gerne denke ich an Besuche von ihm und seiner Frau bei mir in Wetzlar b?w. meinerseits in Reinbek zurück. Seine umfangreichen politischen Be- zichungen und sein gewinnendes und vermittelndes Wesen haben uns viele Türen geöffnet bis in die hõheren Krei- se der Bundespolitik. Dafür sei ihm nochmals herzlich gedankt.

Gerne schließe ich mich der Würdi- gung des Vorsit?enden der schleswig- holsteinischen SPD-Landtagsfraktion Ralf Stegner und des kirchenpoliti schen Sprechers derselben Fraktion Rolf Fischer an; sie sprechen mir aus dem Herzen:

Mit Alfred Schulz verlieren wir ei- nen aufrechten und knermidlichen Streiter für Mindermeitenrechte und

einen Kdmpfer für eine gerechte Wel. Er hat vich immer dafir eingesetzt, duss ais remden Freunde werden und dass ichtlinge einen Platz in unserer Gesellschaft finden. Er gehörte zu de- nen, die mit dem damaligen Sozial- minister Giinther Jansen J980 den Här- tefonds für die vergessenen N-Opfer initiiert haben, dessen Beirat er jahre- lang voaß. Bis voyr Kurzem hat er vich hier für Wiedergutmachungsanspriche eingesetzt.

Alfred Schilz wur Protestunt und veht als volcher in der Jradition von Kar Barth und den großen religiòsen Soxidlisten. Er war Griindungsmitglied des Arheitskreises Kirche und SPD' und dessen langjäriger Vorsitzender ein gesuchter Gesprächsparmer auch auf Bundesehene.

Alfred Schul? war von Beruf Leh- rer; von 1971 bis 1902 war er Mitglied des sSchleswig-holsteinischen Landtags, 1988 bis 1902 dessen Viepräsident. Er war zudem lange Jahre in Reinbek und im Kreistag von Stormarn kommunal- politisch aktiv. Er war Mitglied der Synode der Nordelbischen Kirche so wie Mitglied im SprecherkreisChris- ten für die Abrüstung. Für sein Enga- gement wurde er mit der Bugenhagen- Medaille, der höchsten Auszeichnung der Nordelbischen Evangelisch-Luthe- rischen Kirche ausgezeichnet. Er war zudem Träger der Freiherr-vom-Stein- Medaille.

Die Mitglieder der FLCA trauern um ihn und werden ihn in guter Prin- nerung behalten. Unser Mitgefühl gilt Seiner Familie.

Gerhard Herr