Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 1
Bescheidene Hilfe, große Wirkung
Kurz vor Weihnachten 2070(nachdem die damals jüngste Ausgabe unseres Mitteilungsblattes erschienen wur) Konnten wir auf Anregung linseres Vereins- mitgliedes Wolſang Merten der Holocaust- Uberlebenden Rozalia AdamczM eine Soforthilfe von hescheidenen 300 Euro zuommen lassen. Wir hahen damit dazu heitragen, dass die helute 8Jhrige in Bytom ihre Wohnung richtig heizen Konnte und so der damaligen Kdlteperiode nicht in aller Hrte ausgeselzt wun Mit inrer Rente sowie zuslzlichen 300 Euro, die vie vierteljdhrlich von der„ Claims Conference“ helommt fnanziert KoZalia Adamcz)M ihren Lebensuntemalt und hezahlt drei Frauen, die svie in ihrer Wohnkng hetreuen.
Wolfgang Merten hat vor Jahren bei einer Rucksackreise in Polen RoZalia Adamczyk kennengelernt und beide haben Freundschaft geschlossen. Die damalige Reise hat er unternommen, nachdem er bei einer noch von unse- rem Vereinsgründer Hermann Reineck organisierten Studienfahrt nach Ausch- wit? teilgenommen hatte.
ROZalia Adamczyk, geb. Reinisch, wurde am 9. Septemberl 913 in Koby- linca Woloska geboren, einer damals polnischen Stadt, die heute zur Ukraine gehört. Sie lebte mit ihrer Familie in Kamionka Strumillowa im Kreis Lem- berg, Studierte bei den spãter ermorde- ten Professoren der Lemberger Uni- versitäãt. 1941 wurde RoZalias damals 73jähriger Vater erschossen, der Bru— der Nydor auf der Straße von Nazis und Ukrainern mit Knüppeln erschlagen. Die Mutter, die Schwester und die Sjährige Nichte Ania wurden im Ver- nichtungslager Belzec vergast.
RoZalia bekam aus dem Unter- grund„arische Dokumente“ und konn- te als Stanislawa Kisilewicz aus dem Ghetto befreit werden. Im März 1943 wog vie 42 Kilogramm, wurde trot?dem zum Bahnhof Kleparow getrieben und im Güterwagen in die„Ostmark“ zur
Rozalia Adamczyk überlebte dank„ari- scher Dokumente“ den Holocaust und die Verschleppung als Zwangsarbeiterin.
Zwangsarbeit transportiert. Hier arbei- tete sie als sogenannte Ostarbeiterin in der Gemeinde Ritzengrub in der Land- wirtschaft. Nach der Befreiung und dem Ende des Krieges konnte sie nur kurzfristig mit der„Roten Armee“ in ihre alte Heimat zurück, danach wurde sie wie 100 tausende Polen vertrieben und lebte seit dieser Zeit in Bytom in Oberschlesien.
Vor 25 Jahren war Wolfgang Merten nach Ostpolen und nach Belzec ge- fahren. Auf dem Gelände des ehemali- gen Vernichtungslagers, in dem auch ROZalias Angehörige ermordet wur- den, war kein Hinweis auf die Vernich-


