Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 8
Nach einem Besuch lnseres stellvertretenden Vorsitzenden Diemardt Stamm bei ungurischen Holocaust- Uberlebenden schrieb der Vorstund folgenden Brief an den Botschafter der Kepublik Ungar in Berlin.
Schuhe am Donau-Ufer Offener Brief an den Botschafter der Republik Ungarn
Seine Excellenz
Herrn Botschafter der Republik Ungarn
Dr. Sandor Peisch Unter den Linden 76 10117 Berlin
EFxcellenz,
wir sind ein bundesweit tätiger Verein der sich seit Jahrzehnten dem Andenken und der Brinnerung an die Opfer des Holocaust im Konzentrati- onslager Auschwitz und anderen Stãät- ten dieser Verbrechen widmet. Wir treten dafür ein, dass solche Un- menschlichkeiten nie wieder gesche- hen, und bekämpfen daraus resultie- rend den aktuellen Rechtsradika- lismus. Dieser nimmt leider in vielen Ländern Europas zu.
Wir sind Mitglied im Internationa- len Auschwitzkomitee und arbeiten mit vergleichbaren Organisationen anderer Länder zusammen. Dement- sprechend bestehen auch langjährige Kontakte Zzur entsprechenden Organi- sation in Ungarn, und Uberlebende aus Budapest waren auf unsere Einla- dung schon mehrfach als Zeitzeugen in Deutschland.
Im Zusammenhang mit dem Jah- restag des Kriegsendes am 8. Mai 1945 haben wir vor kurzem unseren ungari- schen Freunden einen Arbeitsbesuch abgestattet. Dabei wurden wir auch an
03.06.2010
das seit 2005 existierende Denkmal „Schuhe am Donau-Ufer“ geführt Giehe beiliegenden Fotoausdrucky). Auf dieses beeindruckende Denkmal wird leider in touristischen Prospek- ten nicht oder mangelhaft hingewie- sen. Vor Ort benennen drei auf dem Boden liegende und leicht zu überse- hende Tafeln in hebräischer, ungari- scher und englischer Sprache lediglich allgemein Verbrechen der Nazis in den Jahren 1044 und 1945.(Die englische Version fügen wir Ihnen ebenso als Fotoausdruck anbei). Das ist leider ei- ne absolut unzureichende Parstellung des historischen Geschehens.
Ab 15. Oktober 1944 haben die ra- dikalfaschistischen Pfeilkreuzer- ob- wohl sie nur von 25% der Bevölke- rung gewählt waren- die Macht in der Nachfolge des hitlerfreundlichen Mik— los Horthy übernommen, haben sofort zu Zehntausenden jüdische Bürger und Bürgerinnen an das Donauufer getrieben und erschossen. Diese Mas- Saker richteten sich ausschliefllich ge- gen Juden, wovon heute am Ort des Geschehens nichts zu erfahren ist. Bis


