Heft 
(2007) 1/2007. Juni 2007
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4 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer

Stadt Oswiecim. Gemäß dem Vorha- ben seiner Gründer wurde das Haus zu einem Ort, in dem junge Menschen aus Polen und Deutschland mit Ju- gendlichen aus der ganzen Welt einen Treffpunkt haben. Dort sollen sie in einer Heimat auf Zeit unter einem Dach miteinander leben und mit auf die Zukunft gerichteter Perspektive die schmerzhafte Vergangenheit erör- tern. Die Geschichte und ihre wahr- heitsgemäße Ubermittlung sind die Basis für Diskussionen über unter- schiedlichste Themen, die der Begriff Auschwitz hervorruft. Deshalb sind Problembereiche wie Menschenrech- te, Toleranz, Rechtsextremismus oder Vorurteile immer Bestandteil der in der IBS angebotenen Programme.

Die Autorität der ehemaligen KZ-Häftlinge

Die Entstehung und die Entwick- lung dieses Hauses wäre ohne die moralische Unterstüt?zung der ehe- maligen Häftlinge des Konzentrati onslagers Auschwit? nicht möglich gewesen. Sie haben bei den entschei- denden Gesprächen für den Bau der IBsS an diesem Ort votiert. Sie haben mit ihrer Autorität überzeugt und dafür gesorgt, dass es möglich wurde, über deutsch-polnische Versöhnung unter Einschluss vonAuschwitz zu sprechen. So wurde die IBS zu ei nem Ort des Dialogs und der Diskus- sion über Versöhnung. Die pãdagogi- Sche Abteilung des Hauses bietet da- zu Studienreisen, Themenseminare, Bildungsseminare für Lehrer und an- dere Multiplikatoren, Workshops und Programme im Rahmen des interna-

tionalen Jugendaustausches an.

Fin wichtiger Bestandteil der pãdagogischen Arbeit ist die Kultur- und Bildungstätigkeit für die Stadt und die Region. Mit Projekten wie: Jag der offenen Tür,Gespräche über Toleranz oder demKrakauer Poesiesalon präsentiert die IBS wichtige Bestandteile des kulturellen Terminkalenders von Oswiecim, Auch die neuen Veranstaltungen, die im Rahmen des 20 jährigen Beste- hens organisiert und begonnen wur- den, konnten sich zu wichtigen Kultur- ereignissen entwickeln. Erwähnt seien hier nur die ReiheBegegnung mit Philosophie, dasKulturfestival und die1. Biennale des sozialpoliti- Schen Plakats.

Alle diese Aktionen wurden von den Festrednern am 7. Dezember 2006 gewürdigt.

So brachte Helmut Morlok für den deutschen Stiftungsrat zum Ausdruck, dass er sich glücklich schätze, dieses Haus in den vergangenen 20 Jahren mit seiner Kultur und Freundlichkeit immer wieder selbst erlebt zu haben.

Wlodzimierz Paluch(polnischer Vorsitzender des Stiftungsrates) hält das Haus für einen Glücksfall für Os- wiecim. Dank der Begegnungsstätte genieße die Stadt bei Jugendlichen weltweit ein positives Image.

Für Ruth Misselwit?(Vorsit?ende der Aktion Sühnezeichen Friedens- dienste) ist diese Finrichtung ein Symbol für Dialog und Versöhnung.

August Kowalczyk(ehemaliger Auschwit?-Häftling) begrüßte es, dass dieses offene Haus den ehemaligen Häftlingen ein Betreten Hand in Hand mit der Geschichte ermöglicht.