Lagergemeinschaft Auschwitz- Freundeskreis der Auschwitzer 3
Ihre Spende hilft ehemaligen KZHãäftlingen materiell wie ideell
Eine Geste des Respeltes
Anfang Juni dieses Jahres erreich- te uns ein Brief aus Warschau. Die dortige Vereinigung ehemaliger KZ- Hãftlinge bedankte sich für die finan- zielle Unterstüt?ung und legte einen Nachweis über die Verwendung der Gelder bei. Unter anderem schreiben die Warschauer in deutscher Sprache: „Pure Hife jst für umere Mitglieder Sehr wichtig, deshalh sie dankhar vind. Alo wir Senden in Anlage die Liste der Beschenkten, die ale Schwer Krank Sind und mehrere nicht Jaufen. Jeder hekam 300 Zot(65 Furo), damit Pflegerin oder Arzneien zu hezahlen.“
Dieser Brief aus Warschau ist bei- Spielhaft für andere Häftlingsvereini- gungen in Polen, die von unserem Ver- ein Spendengelder zur individuellen Unterstũt?ung von kranken und pfle⸗ gebedürftigen Mitgliedern sowie de- ren Angehörigen erhalten haben— 80 in Krakau die Pflege- und Hospi?-Ab- teilung für ehemalige KZGefangene.
Der Pank der Beschenkten rich- tet sich also an alle, die sich im Freun- deskreis der Auschwitzer engagieren und die Hilfe möglich gemacht ha- ben. Mitglieder und Spender wissen, dass die Unterstützung vor allem auch als Anerkennung des erlittenen Unrechts im Dritten Reich empfun- den wird- als Geste des Respekts, die hoch geschätzt wird.
Dem steht die entwürdigende Pra- xis entgegen, mit denen die NS-Opfer konfrontiert sind bei der so genannten „Wiedergutmachung“ und Entschädi- gung durch die Bundesrepublik(als
Nachfolgestaat des Dritten Reiches) und der deutschen Wirtschaftsunter- nehmen, die ihren Profit mit der Aus- beutung der Zwangsarbeiter und der mörderischen„Vernichtung durch Ar- beit“ Ideologie gemacht haben. Die Zahlungen erfolgten selten aus Pin- sicht und Reue, sonden erst unter großem öffentlichem, meist interna- tionalen Druck. Sie kamen spät, wa- ren unzureichend angesichts des erlit- tenen Unrechts, viele ehemalige Häft- linge gingen leer aus.„Verfolgte wur- den zu Bittstellern, zu Unglaubwürdi- gen, zu Unwürdigen erniederigt“, wie die Wochenzeitung„Die Zeit“ einmal schrieb und einen Sũhneamwalt Zitier- te:„Was soll man machen, wenn ein ganzes Volk bockt?“ Ganz anderes wi- derfuhr den Tätern und willigen Mit- helfern der Nazis: Ihre Dienstzeiten als funktionierende Ausführende der zur Staatsdoktrin erhobenen Men- schenvernichtung wurden selbstver— ständlich auf die Renten- und Pen- sionsansprũche angerechnet.
Um die ehemaligen Hãäftlinge wei- terhin unterstützen zu können, bitten wir Sie, liebe Leserinnen und Leser, auch in diesem Jahr wieder um eine Weihnachtsspende(ein Uberwei- sungsformular liegt diesem MB bei, oder siehe Konto-Nr. im Impressum auf der gegenüberliegenden Seite).
Vielen Dank und die besten Wün- Sche für die Weihnachtsfeiertage sowie „Sto lat“ für das Jahr 2005. Das polni- sche„Sto lat“ ist die Kurzform des Wunsches„100 Rahre Gesundheit“.


