Lagergemeinschaft Auschwitz- Freundeskreis der Auschwitzer 1
Mitgliederversammlung am 20. November 2004 in Frankfurt Main
Martina Hörber neu in den Vorstand gewählt
„Freundschaft ist, wenn sich die Menschen treffen, einander zuhören und unterstũtzen. Und wir ehemaligen KZãäftlinge aus Polen und Ihr von der Lagergemeinschaft- Freundes- kreis sind schon seit Rahren gute Freunde“, bekräftigte der Auschwitzer Stanislaw(Staszek) Hantz, der als Ehrengast am 20. November in Frank- furt am Main an unserer Mitglieder- versammlung MV) teilnahm. Der 81 jährige Vorsitzende der Zgorzelecer (Sörlitzer) Vereinigung ehemaliger KZãäftlinge hatte am Tag zuvor an der Universität Gießen vor rund 60 Studierenden der Arbeitsstelle Holo- caustliteratur ũber seine Inhaftierung Sowie auch ũber sein heutiges Verhält- nis zu Deutschland gesprochen. Er hob hervor, wie wichtig die nach wie vor von unserem Verein geleistete Finanzierung der Arztbesuche in Zgorzelec ist. Auf Grund der Todesfäl- le wird der Kreis der Hãftlinge immer Kleiner, aber wegen des hohen Alters und vieler Krankheiten sei eine inten- sivere ärztliche Betreuung nötig, sagte Staszek und übermittelte den Dank seiner Kameraden in Zgorcelec.
Nicht persönlich anwesend, aber telefonisch hatten im Vorfeld der MV unser Gründungsmitglied Dr. Janusz Mynarski Giehe Seite 6) sowie aus Po- len die ehemaligen Auschwitzer Kazi- mierz Albin und Tadeusz Sobolewicz ihre guten Wünsche für die Versamm- lung übermittelt.
Vorsit?ender Albrecht Werner- Cordt und Kassierer Matthias Tiessen
erläuterten den anwesenden Mitglie- dern in ihrem Rechenschaftsbericht die Arbeitsschwerpunkte des Jahres. Dem- nach ist der Verein mit einem leicht rũcklãufigen Spendenaufkommen kon- frontiert. In den letzten Rahren waren nach einer Piskussion auf einer dama- ligen MV die Rücklagen teilweise auf- gelöst worden, denn Vereinsziel ist es ja die ehemaligen Häftlinge zu unterstüt- zen und Projekte der politischen Bil- dung zu fördern. Demtentsprechend wurde in den vergangenen Rhren mehr ausgegeben als durch neue Mitglieds- beiträge und Spenden eingenommen werden konnte. Matthias Tiessen empfahl nun, nicht weiter die Rück- lagen anzugreifen, sondern wieder eine ausgeglichene Bilanz der Ausgaben und Einnahmen anzustreben.
Albrecht Werner-Cordt ging in sei- nem Bericht vor allem auf zwei Pro- blembereich ein. So waren unsere di- versen Veranstaltungen, zum Beispiel Vortrãge von Ernst Klee über Medi- zinVerbrechen im Pritten Reich oder von Andreas Kilian ũber das jũdische Sonderkommando, die in mehreren Städten Hessens stattfanden, anspre- chend bis schr gut besucht und auch die Berichterstattung in der lokalen Presse war umfangreich. Es konnten jedoch nur sehr wenige neue Mitglie- der gewonnen werden. Der Vorstand werde dieses Konzept überprüfen, denn die Umsetzung erfordert viel Zeit und Energie und bindet die Kräf- te des Vorstands und helfender Mit— glieder in großem Ausmaß.


