Heft 
(1993) 1/1993. April 1993
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Lagergemeinschaft Auschwitz

Freundeskreis der Auschwitzer e. V.

tät des Ortes zu, sie vermeiden ein Verharren im Zustand emo- tionaler Betroffenheit, sie bieten die Mõghchkeit eines persönt chen Engagements.

3 Vnese ein Arbeitsseminar in einer Gederkstätte Kann nicht urworbereitet durchgeführt wer- den. Unabhängig davon, Wie der Konkrete Zuschnitt einer Ssolchen vorbereitung aussieht, Sollte sSie verhindern, daß die Teinehme- rinnen und Teinehmer vor Ort emotional Uberwältigt werden. Dies ist zU erreichen, indem jede vorbereitung den Jeinehmenden ein Annähern an diesen Lernort ermõglicht- nichts von dem, Was diesen Ort ausmacht, Sollte un- bekannt bleiben. Damit wird er- reicht, daß sich die ſeinehmen- den in einer Umgebung bewe- gen, die ihnen tendenziell be- kannt und in ihrer konkreten Aus- prãgung tremd ist. Dieses Span- nunqsverhãltnis Scheint es mõg⸗ ich zu machen, Ssowohl persönl che Empfindungen zuzulassen, als auch handlungsfähig(S. o0) zu bleiben.

4 Vhese jede ſeilnahme an einem Arbeitsseminar in einer Gedenkstätte Solſte auf einer bewußten Entscheidung der ſeil nehmenden beruhen- ein Ar- beitsfeld für Schulische Lerngup- pen ist Gedernkstãttenarbeit So- mit nur in Ausnahmefällen. Da in aller Regel die Familen in eine Solche Entscheidung einbezo- gen werden, ergibt sich hier die NMõglichkeit und Notwendigkeit.

den jeweiligen Stand der Auseinandersetzung/Aufarbeit ung von MNationalsozialismus durch die Eſterr- /Großeltern- generation 2u erfahren. Solche Erfahrungen dürtten die eigene bioqraphische Distanz zu der Zeit des MNationalsozialismus verkUrzen, da sie nicht immer vi

derspruchs- und konflikttrei Seinh

werden.

5 Vhese die Gedenkstätte ist, ich schrieb es bereits, ein Lernort. Damit Soll deutlich wer- den, daß jeder Lernweg ZUm AUfarbeiten nationalsozialisti- Scher Vergangenheit auch ande- re Lernorte'ansteuern' kKann. In die Sem Sinne ist auch die Familie und deren Biographie(Siehe These 4) Lernort. Lernort ist na- türich auch die Heimatgemein- de eine ortsgeschichtliche Spu- rensuche über die Zeit des Na- tionalsozialismus kann die tent denzielle Bekanntheit der heimi- schen Umgebung(Personale und rãumliche Bezöge) mit der Di-

mension des Geschichtichei

konfrontieren.B. Uber das Wie- derentdecken von Gebäudent der ehemaligen Synagoge, des SA-Sturmlokals, der Wohnhäu- Ser ehemaliger Udischer Bürger- innen und Bürger etc.). Zeitzeu- genberichte, die derzeit noch 2u erhalten sind, erfüllen den gleich- en Zweck. Gedenkstättenarbeit Sollte also verstanden werden als eine Station eines Lernwe- ges nicht als Methode des Auf- arbeitens von Nationalsozialis- mus Schlechthin.