Heft 
(1992) 4/1992. Dezember 1992
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Lagergemeinschaft Auschwitz- Freundeskreis der Auschwitzer eV

gesamte Lebensgeschichte des Hernamm Reineck einzufangen, da es der Gruppe wichtig war und ist, nicht'nur den Auschwitzhäftling Nr. 63387 zu dokumen- tieren, sondern auch seine Jugend, seine Widerstandstãtigkeit und sein Leben nach Auschwitz festzuhalten.

Darũberhinaus wurde bei diesem Filmpro- jekt nicht mit einem komentionellen Dreh- buch, sondern mit sogenannten Assoziati- onsketten gearbeitet. Mit diesem Konzept und einem aktuellen Zeitbezug sollte ein

Zeitgeschichtliches Dukument entstehen, welches insbesondere Jugendliche an- Spricht.

Entstanden ist ein 30 minütiger Videofilm der Widersprüche aufdeckt, Parllelen auf- zeigt, provoziert, keine Lösungen bietet und hoffentlich gerade deshalb Interesse zur Weiterarbeit mit diesen geschichtlichen und doch so aktuellen Themen weckt.

Wer Interesse an dem Film hat, bekommt ihn gegen die Einsendung einer Videokaset- te Zugeschickt.

Adressen: Jugendbildungswerk der Stadt Gießen

z. Hd. Thomas Krug Ostanlage 25 a 6300 Gießen

oder:

Landesfilmdienst Hessen z. Hd. Inge Schmittimger* Kennedyallee 105 a

6000 Frankfurt/ Main

* verantw. Leit. Filmprojekt

Auf den Brettern... die die Welt bedeuten!

Lagergemeinschaft Auschwitz/Freun- deskreis der Auschwitzer eV. sandte Theatergruppe nach Krakow.

Versõhnungsarbeit und Kontakt mit der polnischen Jugend sind zur Zeit sicher So wichtig wie lange nicht mehr.

Unversehens bekam dieses Motto von der Völkerverständigung eine Aktua- litãt, die niemand vorher erwartet hatte: zwei Tage vor dem Auftritt in Nova Huta hatten polnische Skinheads dort einen deutschen Lastwagenfahrer er- mordet. Im ersten Moment wirkte diese Nachricht auf uns wie ein Schock, dann wurde sie zu einer Bewährungsprobe: so, und viel schlimmer müssen sich z. Zt. Ausländer in Deutschland fühlen, nur haben sie meist nicht die Freunde, die wir in Polen haben: die ehemaligen Hãftlinge von Auschwitz, unter ihnen besonders Kasek Sowa und Stanislaw Koczanowicz, die Deutsch Poolnische Gesellschaft und die vielen Helfer beim Aufbau der Kulissen, beim Krakower

Fernsehen, in den Familien, wo wir un- tergebracht waren und im Goethe In- stitut.

Das war võllig anders als bei üblichen Tourneen, wo man anreist, spielt und wieder abreist, meinte Margit Fehrer, Regiseurin der Büdinger Theatergruppe mimikri.

Besonders aber erinnern sich noch alle an den zweiten Auftritt, eben den in