Heft 
(1992) 4/1992. Dezember 1992
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Lagergemeinschaft Auschwitz Freundeskreis der Auschwitzer eV

EDTTORIAL.

Von der Arbeit mit und um Auschwitz

Wir alle kennen entweder ehemalige uinee, haben also persönlichen Kontakt, oder wir sind über die Be- kanntschaft mit Leuten, die ein Opfer kennen, zu der Auseinandersetzung mit dem Thema Auschwitz gekommen. Ir gendwann werden unsere Kameraden und Freunde nicht mehr unter uns sein, Sie werden nicht mehr persõnlich Zeug- nis ablegen können von dem Grauen, das ihnen widerfuhr. Sie können nicht mehr aktiv eintreten für die Erhaltung der Mahn und Gedenkstätten, nicht mehr durch ihr Schicksal persõnliche Betroffenheit bei Zuhörern auslõsen.

Was kommt dann(2) oder vielmehr,

gen die dann noch da sind das sind wir Sselbst, diejenigen, die sie kennen, die ehemaligen Häftlinge. Sbe ihnen zugehört haben; sagen kön- nen, wie es war; wir, die wir dann hof- fentlich so eintreten für den Erhalt des Mahnmals, wie sie es getan haben oder, noch besser, so eintreten, wie sie es ge⸗ wollt hätten und es nicht tun konnten (wollten) weil zuviel Leiden und Erin- nern für sie damit verknüpft ist. Natür- lich können wir Nachgeborenen das ganze Thema theoretisch besetzen, aber was wird es uns nützen? Wir brauchen die Erfahrung von den älteren Mitglie dern in unseren Organisationen, von

wer kommt dann? Freunde, die einzi-

denen, die damals die Opfer waren. Wir brauchen jetzt die Auseinander- Setzung über eine oder eine zweite Be sichtigungsweise des Themas um 2u unserer Possition zu kommen, die wir einnehmen werden, wenn wir nur noch alleine sind.

Mein Gott, was habe ich schon Dis- kussionen gehabt mit Hermann, über die Art und Weise wie etwas abzulaufen hat, habe versucht, Verständnis auch für meine Situation bei ihm zu finden; Zwecklos, das ummenschliche Erbe von Auschwitz setzt mich, ob ich will oder nicht, ins Unrecht.

Wer kõnnte ihm etwas abschlagen!

Hans-Joachim Günther