Heft 
(1991) 2/1991
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Lagergemeinschaft Auschwitz Freundeskreis der Auschwftzer e. V.

Der Gestapokeller in der Szucha- Allee machte uns sehr nachdenk- lich und Auschwitz war sofort allgegenwärtig, und dabei waren wir doch so weit entfernt. In Polen gibt es kein Entrinnen; hier holt jeden die Vergangenheit deutschen Untums ein, egal, wo man polnische Erde betritt.

Dafür war der Besuch der War- schauer Altstadt erholsam und erschöpfend für Kunstinteressierte zugleich.

Der vorletzte Tag brachte uns den aussagekräftigen jüdischen Friedhof mit seinem traurigen, aber dennoch schönen Janusz-

Korczak-Denkmal nah. Beim Besuch der Synagoge begegnete uns ein liebenswerter Rabbi

zum Anfassen. Er war anläßlich des ſom Haschoah nach Polen gekommen, denn dieser Tag ist allen Juden heilig, und das ließ ihn diese Reise von lsrael in seine alte Heimat unternehmen.

Nachmittags erfolgte kin abschlie- Bender Besuch im Judaistischen Museum.

Im Historischen Museum sahen wir die entsetzliche Zerstörung und den grandiosen Wiederaufbau Warschaus. Wie haben das die Polen ohne Marshallplan geschafft? Diese wiedererschaffenen Werte nur von polnischen Bürgern sind im Nachhinein ein Wunder.

Daran anschließend wurden wir von unserer Helmut Kohl-verpaßten Stadtführerin in die Kathedrale, gelegen in der Altstadt Warschaus, geführt.

Auf der Rückfahrt zum Kulturpalast besahen wir uns den ehemaligen Umschlagplatz für 30.000 polnische Juden, den man nicht erläutern muß und darf.

Nach der Besichtigung von wenigen Zentren des Kulturpalastes fuhren

wir

zur Aussichtsplattform unò da rananschließend war unser letztes

gemeinsames

Zusammentreffen

mit den Kameraden des Auschwitz- komitéees Warschaus.

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Am Abend hieß es wieder: Essen,

essen, Fahrt!

trinken.

Welch!

st rapaziõse