Wohl tat man dies zu rasch, denn man wollte ja Befrie-
dung, Ruhe.
Recha, es taucht noch manches Problem auf im Zusam- menhang mit diesen Prozessen, z.B. frage ich mich manchmal, ob nicht die genaue Abbildung von Folter- instrumenten in der Zeitung und die detaillierte Schil- derung der Quälereien die Phantasie manches Jugend- lichen vergiften könnte. Ich erschrak über die schein- bare Kaltblütigkeit, mit der gelegentlich junge Leute der Gerichtsverhandlung beiwohnen. Oft muß der Richter sie zur Ordnung rufen, wenn sie in Hemds- ärmeln, Gummi kauend, mit hoch übergeschlagenen Beinen im Auditorium sitzen, als säßen sie in einem
Kriminalfilm.
Aber auch das sind doch nur bedauerliche Nebener- scheinungen, die man abfangen sollte, die aber meines Erachtens nicht hinreichen, um einen Staat auf den ernsthaften Versuch verzichten zu lassen, sich selbst über seine Vergangenheit Rechenschaft zu geben. Dies ist mit Gründlichkeit aber nur im Wege der Prozeßfüh- rung möglich und ist ein Tun auf Hoffnung. Es bleibt
zu hoffen, daß die Sorgfalt der Rechtsprechung und
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