Dokument Nr. 42. Brief der Schwester Görings an ihren Bruder:
Wels am 15. März 1938.
Auf der sonnigen Terrasse!
Mein über alles geliebter Bruder!
Schon 3 Tage gehe ich jetzt wie im Traum einher nd kann dieses ungeheuere gigantische wunderbare Ge- schehen nicht fassen! Zu tiefst ergriffen bin ich, ZU keinem Tun fähig, sitze nur stundenlang am Radio u. immer wieder rollen mir die Tränen herunter u. wollen nicht versiegen! Am liebsten hätte ich Dir noch am Freitag auf Samstag Nacht geschrieben, war aber nicht fähig die Feder zu halten! Im heißen Dankesgefühl rief ich dann Samstag Abends an, wurde aber ständig wegen Blitzgesprächen zurückgestellt, dann kam Sonntag um 11 Uhr Nachts Euer Ib. Anruf, über den ich so glücklich war u. Emmy 1000%X danken lasse, nur war ich andrer- seits traurig, daß ich Deine geliebte Stimme nicht hören konnte u. Dir nicht alles sagen konnte, was mein über- volles Herz bewegte! Nun muß ich Dir halt schriftlich in Gedanken um den Hals fallen u. heißen innigen Dank sagen dem herrlichen Führer u. Dir mein geliebtester Bruder für die wunderbare Errettung in letzter Stunde. Liebster Hm! Wir alle können es immer noch nicht be- greifen, daß wir nun endlich zu Euch gehören, keine Grenze uns mehr trennt etc. etc. In funtastischer Schnelle geht alles voran, man kann kaum all diesem Herrlichen folgen. Wie schade, daß Du des Führers Siegeszug nicht mitmachen kannst, weil Du ihn eben jetzt vertreten mußt; aber dann wenn Du kommst, geht ein erneuter Festesjubel los! Ich muß Dich auch noch beglückwünschen zu Deiner wundervollen, ergreifenden Rede am Sonntag bei der Heldengedenkfeier. Da hab ich
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