Zentrale, Gattineau, im Mai 1939 an einer Industriellen-Beratung teil, auf der die wirtschaftliche Beherrschung der Slowakei durch deutsche Monopole be- handelt wurde.
Bei dem Raub der Chemie-Industrie der Tschechoslowakei spielt auch der dama- lige IG-Farben-Direktor, Abwehr- und Verbindungsmann zum OKW der IG, Guenther Frank-Fahle, eine maßgeb- liche Rolle. Heute vertritt er die Inter- essen der IG-Farben als geschäftsführen- der Gesellschafter der Commerz GmbH, Frankfurt a.M.. Frank-Fahle ist seit 1953 Berater der amerikanischen Lockheed- Flugzeugwerke.
„Tag X" und IG-Farben
Offiziell war durch Beschluß des Allier- ten Kontrollrates vom 30. November 1945 der IG-Farben-Konzern zu entflechten. Den Plan zu dieser Entflechtung hatten die Herren des Konzerns längst selbst entworfen: „Mit der schon im Jahre 1940 unmit- telbar nach dem Überfall auf Frank- reich beschlossenen, im letzten Jahr der Nazidiktatur weitgehend vorberei- teten und vor einigen Jahren abge- schlossenen Konzern-Reorganisation erntet der ungebrochen gebliebene und mit Nachwuchskräften ergänzte ‚Rat der Götter‘ die Früchte, die er mit der neuen Struktur zu pflücken gedachte. Die einheitlich straff geleiteten und untereinander feinmaschig koordinier- ten drei Konzernmitglieder— im inter- nen Gebrauch als Arbeitsgemeinschaft Niederrhein, Mainkur(früher Mittel- rhein) und Ludwigshafen(früher Oberrhein) bezeichnet— sind nach dem Vorbild amerikanischer Konzern- riesen formalrechtlich ‚selbständig‘: Farbenfabriken Bayer AG Leverkusen Farbwerke Hoechst AG, vormals Mei- ster Lucius& Brüning, Frankfurt a. M.-Hoechst
Badische Anilin-& Soda-Fabrik AG,
Ludwigshafen
Jede dieser drei bekannten Haupt- gesellschaften verfügt über zahlreiche Tochter- und Beteiligungsbetriebe, und alle drei wiederum ‚teilen’ sich meist mit jeweils gleichen Kapitalquoten,
Der Einfluß der IG-Farben auf die Poli- tik der Bundesregierung wird auch sicht- bar durch die Tatsache, daß prominente Mitglieder der Bundesregierung Wert auf enge gesellschaftliche Beziehungen zu den Kriegsverbrechern der IG-Far- ben legen. Als z. B. der inzwischen ver- storbene Generaldirektor von Bayer, Haberland, seinen 60. Geburtstag feierte, gehörten zu der Festgesellschaft nicht nur Ambros, ter Meer, Wurster und an- dere schwer belastete IG-Direktoren, son- dern demonstrativ auch Ludwig Erhard, Außenminister Schröder, der damalige Kriegsminister Strauß und der bisherige Atomminister Balke.
den gemeinsamen Besitz einer von Jahr zu Jahr wachsenden Zahl von Gesellschaften. Die sorgfältige Ab- stimmung von Produktion und For- schung, die straffe Koordinierung aller Investitionen, der gemeinsame Bezug von Roh- und Hilfsstoffen und das ge- meinsame Operieren auf den Außen- märkten im Verein mit der juristi- schen ‚Selbständigkeit’ der drei Kon- zernsäulen, machen die IG-Farben ge- genüber den ausländischen Konkur- renten mit ‚klassischer’ Konzernstruk- tur überlegen. Die Gemeinsamkeit ist selbstverständlich; aber überall wo dies zweckmäßig erscheint, können die drei ‚Arbeitsgemeinschaften’ juristisch getrennt marschieren.“
(Deutsches Wirtschaftsinstitut, Berlin, Bericht 12, Juni 1958, S. 6)
Und wie steht es mit der alten Dach- gesellschaft des Konzerns, der„IG-Far- benindustrie Aktiengesellschaft“, die schon seit fast zwei Jahrzehnten gelöscht sein sollte?
"Noch ist die Dauer der Liquidation der IG-Farbenindustrie AG nicht ab- zusehen. Dennoch wird die Löschung des Namens im Handelsregister nicht erfolgen können, weil die Firma als solche mit Rücksicht auf ihren in der sowjetischen und polnischen Zone lie- genden Vermögensbesitz erhalten blei- ben muß. Die Verfügung über diesen gewaltigen Vermögensbesitz ist jedoch
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